Raupen der Gattung Spodoptera tun sich gerne an den Blättern der Maispflanze gütlich. Diese wehrt sich normalerweise mit einem Pflanzengift gegen die Schädlinge. Doch im Fall von Spodoptera versagt dieser Schutzmechanismus auf bisher unerklärliche Weise. Forscher vom Max-Planck-Institut für chemische Ökologie haben nun endlich herausgefunden warum.

Offenbar nutzen die Raupen einen ziemlich simplen chemischen Trick: Die Abwehrstoffe, so genannte Benzoxazinoide, mit denen junge Maispflanzen sich üblicherweise schützen, sind zunächst an Zuckergruppen gebunden. Diese machen die Substanzen unschädlich, damit sich die Pflanze nicht mit ihrem eigenen Gift umbringt. Knabbert jetzt ein Schädling fröhlich am Blatt, produziert der Mais ein Enzym, das dafür sorgt, dass der Zuckerrest im Darm der Raupe abgespalten wird – und diese üblicherweise stirbt oder nicht weiterwachsen kann. Wie die Forscher aber nun bei der chemischen Analyse von Raupenkot feststellten, besitzen offenbar einige Spodoptera-Arten ein Enzym, das die Wiederanbindung des Zuckers katalysiert – und zwar genau umgedreht. So kann das Pflanzenenzym nicht mehr erneut greifen, und die Raupe ist sicher.

In Nord- und Südamerika gehören die Spodoptera-Raupen zu den wichtigsten Maisschädlingen und richten jedes Jahr beträchtliche Schäden an. Die Forscher hoffen, mit ihrer Entdeckung auf lange Sicht auch eine neue Möglichkeit gefunden zu haben, um die Raupen in Anbaugebieten in Schach zu halten.