Wer viel Cannabis raucht, hat im Schnitt eine um fünf Prozent geringere Knochendichte im Vergleich zu Menschen, die nur Zigaretten rauchen. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Stuart Ralston von der University of Edinburgh, das 200 regelmäßige Cannabiskonsumenten mit 114 nichtkiffenden Personen verglich. Dabei zeigte sich, dass jene 144 Versuchspersonen, die die Droge über lange Zeit häufig konsumieren, eine deutlich verringerte Knochendichte und ein höheres Risiko für Knochenbrüche aufweisen. Dagegen zeigten sich zwischen Nichtnutzern und den 56 moderaten Konsumenten keine Unterschiede. Ob sich daraus ein langfristig höheres Risiko für Osteoporose und andere Krankheiten ableiten lässt, ist unklar.

Als moderate Nutzer gelten in der Studie Personen, die in ihrem Leben bis zu 5000 Joints geraucht haben – das entspricht etwa einem Joint am Tag über rund 15 Jahre. Wer mehr raucht, wie die Heavy-User-Gruppe in dieser Studie, bricht sich häufiger irgendwelche Gliedmaßen. Über die Ursache kann Ralstons Team derzeit nur spekulieren. Die Arbeitsgruppe vermutet aber, dass nicht allein drogeninduzierte Ungeschicklichkeit im Spiel ist. Der Befund steht möglicherweise in Zusammenhang mit einer zweiten Auffälligkeit in der Studie: Demnach sind die gleichen starken Cannabiskonsumenten im Schnitt deutlich schlanker als die Probanden der anderen Gruppen. Das widerspricht zuerst einmal der Erfahrung, dass Cannabisprodukte den Appetit ganz erheblich anregen. Womöglich führte der gleiche Effekt, der Konsumenten dünner macht, auch zu einem Abbau der Knochensubstanz.