Im Atem von Delfinen wollen Forscher lesen lernen: Er enthält Stoffwechselprodukte, die eines Tages Aufschluss über die Umweltbelastung geben könnten, hoffen Wissenschaftler um Cristina Davis von der University of California in Davis. Ihr Team hat ein entsprechendes delfintaugliches Gerät bereits gebaut und getestet.

Die Überlegung dahinter ist einfach: Die Delfine nehmen in ihrer natürlichen Umgebung zahlreiche belastende oder gesundheitsgefährdende Stoffe auf, deren Spuren sich in Form von Abbauprodukten im Körper finden. Die Beobachtung solcher Stoffwechselprozesse ist potenziell aufschlussreicher als eine reine Wasseranalyse, weil sie viel darüber verrät, wie eine Substanz auf Meereslebewesen wirkt. Blut- oder Gewebeproben seien jedoch schwierig zu gewinnen, erklären die Wissenschaftler – weshalb sie den Umweg über die Atemluft vorschlagen.

Bei ihrer Sammelvorrichtung handelt sich dabei um eine lange Röhre, die auf das Atemloch von Großen Tümmlern gepresst wird und Luft in eine gekühlte Falle leitet. Deren Inhalt lässt sich anschließend im Labor untersuchen.

Bis man aus den so gewonnenen Daten sinnvolle Schlüsse ziehen kann, müssen jedoch zunächst umfangreiche Bibliotheken mit Durchschnittswerten für die einzelnen Substanzen angelegt werden, sowohl für gesunde wie für kranke Tiere. Mit genügend Daten könnten Forscher eines Tages über eine Art Frühwarnsystem verfügen, mit dem Massensterben von Meeressäugern rechtzeitig erkannt werden. Aber auch der allgemeine Zustand eines Meeresregion müsste sich aus solchen Messungen ableiten lassen, erklären die Forscher.