Wissenschaftler um Angelina Sutin von der Florida State University haben einen Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad der Eltern und der Persönlichkeit ihres Nachwuchses entdeckt. Die Forscher nahmen die Daten von mehr als 60 000 Probanden aus sieben verschiedenen Studien unter die Lupe. Dabei stellten sie fest, dass Kinder von Eltern mit einem hohen Bildungsabschluss im Schnitt offener für neue Erfahrungen sowie extravertierter waren als der Nachwuchs weniger gut ausgebildeter Mütter und Väter. Zudem zeigten sich die betreffenden Sprösslinge weniger neurotisch – sie waren also emotional stabiler als die Vergleichsgruppe.

Die Effekte seien klein, aber robust, schreiben Sutin und Kollegen im "Journal of Personality and Social Psychology". Die Wissenschaftler konnten drei verschiedene Einflussgrößen identifizieren, die für den Zusammenhang zwischen elterlicher Bildung und Kinderpersönlichkeit verantwortlich zu sein scheinen. So zeigte sich dieser zum Beispiel umso deutlicher, je mehr Einkommen den gebildeten Eltern monatlich zur Verfügung stand. Ein hoher Bildungsabschluss der Eltern korrelierte zudem auch mit einem höheren IQ und einer besseren Ausbildung des Nachwuchses. Insgesamt gehen die Forscher davon aus, dass bei den letzten beiden Punkten eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen eine Rolle spielt. Denn auch Kinder aus Adoptivfamilien waren offener, geselliger und emotional stabiler, wenn sie von Eltern mit einer langjährigen Ausbildung aufgezogen wurden.