Immunzellen in der menschlichen Haut bewegen sich schneller, wenn sie dem blauen Anteil des Sonnenlichts ausgesetzt sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine Arbeitsgruppe um Gerard P. Ahern vom Georgetown University Medical Center in Washington, D. C., anhand einer Untersuchung von T-Lymphozyten. Demnach regt schwaches blaues Licht die Zellen an, Wasserstoffperoxid zu produzieren – dieses wiederum aktiviert einen Signalweg, durch den sich die Zelle schneller bewegt. Der Forscher vermutet, dass dieser Effekt kein Zufall ist: Ein großer Teil der menschlichen T-Lymphozyten befindet sich in der Haut, und blaues Licht dringt tiefer in die oberen Hautschichten ein als zum Beispiel UV-Licht.

Dass die Haut lichtempfindliche Zellen beherbergt, ist keine neue Erkenntnis – die Melanozyten, die im Sonnenlicht das dunkle Pigment Melanin produzieren, tragen zum Beispiel funktionierende Lichtsensoren, die an der Reaktion auf UV-Licht vermutlich beteiligt sind. Mit dem aktuellen Befund reihen sich die T-Zellen, die Teil der erworbenen Immunreaktion gegen Krankheitserreger sind, in diese Gruppe ein. Sie sind in der Haut, wo permanent Kontakt zu potenziell schädlichen Mikroorganismen besteht, besonders stark vertreten.

Deswegen ergebe es auch Sinn, dass das in die Haut eindringende blaue Licht sie agiler macht: Wasserstoffperoxid wird auch bei Entzündungen oder Verletzungen als Signalstoff im Gewebe freigesetzt, um T-Lymphozyten an den Ort des Schadens zu geleiten. Demnach verursacht Sonnenlicht in der Haut eine Art erhöhten Alarmzustand und stärkt so die Körperabwehr gegen Erreger, die diese Barriere durchdringen könnten.