Am 29. Juni trat erstmals seit Wochen wieder ein neuer Ebolafall in Liberia auf. Mittlerweile hat sich bei fünf Menschen der Verdacht auf die gefährliche Viruserkrankung bestätigt, 149 Kontaktpersonen wurden bislang identifiziert und stehen unter Überwachung. Doch woher stammt das Virus, das den erneuten Ausbruch in dem westafrikanischen Staat ausgelöst hat? Das Liberian National Reference Laboratory hat nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) das vorhandene Virenmaterial gentechnisch sequenziert, um Hinweise auf die Herkunft des Virus zu finden.

Genetisch unterscheidet es sich demnach nicht von den Viren, die vor mehr als sechs Monaten viele Bewohner in der Region Margibi infiziert hatte. Es sei daher unwahrscheinlich, dass der Erreger aus den Nachbarländern Sierra Leone oder Guinea importiert wurde – oder dass sich die Menschen bei einem bislang unbekannten tierischen Wirt völlig neu angesteckt hätten, so die WHO. Insgesamt sind momentan 30 Fälle von Ebola bekannt, mehr als die Hälfte davon in Guinea – der höchste Wert seit Mitte Mai. Doch verweist die WHO auf weiter verbesserte Untersuchungsmethoden, mit denen Infektionsketten besser aufgeklärt werden können. Insgesamt starben seit Beginn der Ebolaepidemie mindestens 11 261 Menschen an dem Virus.