Die Pyramiden von Gise, wer kennt sie nicht? Schon in der Antike zählten diese gigantischen Königsgräber zu den Sieben Weltwundern — und waren damals bereits über zwei Jahrtausende alt, älter als für uns heute das Colosseum in Rom. Aber schon die ersten pyramidalen "Prototypen" waren nicht bescheiden proportioniert. Da sie zuerst noch eine Stufenform hatten, war König Snofru, der Begründer der 4. Dynastie, von einer Idee besessen – die Perfektion ihrer geometrischen Gestalt. Auf dem Pyramidenfeld von Dahschur sollte während seiner Regentschaft das architektonische Experiment gewagt werden … Michael Haase zeigt in seiner altägyptischen Baugeschichte "Das Feld der Tränen", wie vor über 4600 Jahren die frühesten Monumentalgräber am Nil gebaut wurden. Dabei kam es zur größten Baukatastrophe im altägyptischen Reich: Konstruktionsfehler und die ungünstige Beschaffenheit des Untergrundes führten schon während des Baus fast zum Einsturz der ersten "echten" Pyramide. Dennoch: Dieses einschneidende Ereignis lieferte wertvolle bautechnische Erkenntnisse. Erst mit ihnen wurden die "richtigen" Pyramiden möglich — darunter auch die berühmten von Gise. In diesem Sachbuch wird uns auf anschauliche Weise gezeigt, wie der Schritt von den Vorläuferbauten zur ersten "echten" Pyramide vollzogen wurde. Aber erst die plastische Darstellung der Religion, der Arbeitsbedingungen, des technischen Verständnisses und der sozialen Struktur der Altägypter geben einen tieferen Einblick in die Mentalität und den Alltag einer längst vergangenen Gesellschaft. Haase versteht es bestens, seinen Lesern den aktuellen Forschungsstand der Ägyptologie und noch ungeklärte Rätsel packend zu vermitteln.