Korruption und ein unfähiger Architekt lassen die Kosten des Palastes explodieren, den Kaiser Vespasian in Britannien bauen lässt: Ein Fall für Falco.

"Einige sind unter einem glücklichen Stern geboren; andere heißen Marcus Didius Falco!" Der so Beschriebene löst im 1. Jahrhundert knifflige Kriminalfälle und löscht politische Brandherde. Dass er dabei in der Manier eines Philipp Marlowe kräftig einstecken muss, gehört zum Geschäft. Die Engländerin Lindsey Davis spielt mit diesem Klischee seit 1989 und präsentiert mehr als nur spannende Unterhaltung: Falco, der scharfsinnige Underdog aus einem der schäbigeren Stadtviertel Roms, bringt uns auch seine Zeit näher, denn seine Schöpferin pflegt ebenfalls recht gut zu recherchieren.

Ein Dauerthema der inzwischen 17 Bände (davon nun 13 in deutscher Übersetzung): Zwar ist der junge Mann im Herzen Republikaner, doch wer kann schon Nein sagen, wenn Kaiser Vespasian ruft? Vor allem, da Falco eine Senatorentochter liebt. Eine Heirat erfordert den gesellschaftlichen Aufstieg und dazu braucht Falco Geld und kaiserliche Protektion. So reist er denn im Auftrag Seiner Majestät quer durch das Imperium, bringt eine verschwundene Legionskasse zurück, zerschlägt Verschwörungen und Preiskartelle der spanischen Olivenöl-Exporteure. "Eine Leiche im Badehaus" führt ihn 75 nach Christus – inzwischen Ritter und Vater zweier Kinder – in das raue Britannien. Vespasian lässt einem Rom ergebenen Stammesführer einen neuen Palast bauen.

Doch der Prachtbau kommt nicht voran und die Kosten reißen ein ernstes Loch in die Staatskasse. Während der Architekt um ästhetische Fragen streitet, entdeckt Falco ein Geflecht aus Hass und Neid – und bald auch die erste Leiche, der weitere folgen. Wie realistisch ist ein solches Szenario? Welch eine Anti-Spaß-Frage! Sicher ist nur: Es gab eine römische Gerichtsbarkeit und die Schriftquellen belegen das Bemühen, Verbrechen aufzuklären. Falls dabei Privatermittler beteiligt waren, waren sie sicher so wie Marcus Didius Falco.