Dieses Beispiel für den so genannten kleinen Wasserkreislauf scheint jedoch nur ein Ausschnitt eines viel größeren meteorologischen Phänomens zu sein, wenn sich die These der beiden russischen Klimatologen Victor Gorshkov und Anastassia Makarieva vom Institut für Nuklearphysik in Sankt Petersburg tatsächlich bewahrheitet [1]: Demnach gewährleisten Wälder nicht nur einen regelmäßigen regionalen Feuchtigkeitsnachschub, sie agieren sogar als kräftige Windmaschinen mit kontinentalem und vielleicht sogar globalen Einfluss – eine Idee, die ihnen schon nach der Erstveröffentlichung 2007 einigen Zweifel und Spott eintrug. Trotzdem legten sie nach [2].
Der Vegetationsindex spiegelt die unterschiedlichen Niederschläge ebenfalls wider: Das südliche Afrika grünt in der Regenzeit, der Norden verdorrt.
Die frühen Siedler rodeten den Wald, wo sie als erstes Fuß an Land setzten und würgten damit den Motor ab, weshalb das Landesinnere nach und nach austrocknete: Nur 200 Millimeter Niederschlag fallen heute pro Jahr im australischen Kernland, verglichen mit 1600 Millimetern an der Nordküste. Die gleiche negative Rückkoppelung wirkt heute in Westafrika.
Auch hier wieder die deutlichen Parallelen: Der Regen spendet Leben und bringt nun der nördlichen Hälfte Afrikas einen Biomasseschub. Im Süden legen die Pflanzen dagegen eine Trockenpause ein.
Zuspruch finden sie allerdings ebenso. Doug Sheil und Daniel Murdiyarso vom Institute of Tropical Forest Conservation im ugandischen Kabale haben sich der ursprünglichen These nochmals angenommen und sie überarbeitet [4]. Sie kommen zu einem ähnlichen Schluss: Bislang gebe es keine hinreichende Erklärung, warum das Innere der riesigen Flussbecken im Kongo oder des Amazonas genauso feucht sind wie ihre meeresnahen Regionen. Nach konventionellen Theorien müsste der Niederschlag eigentlich mit wachsender Entfernung zu den Küsten exponentiell zurückgehen. Die biotische Pumpe könnte dagegen das "fehlende Glied" in der Kette sein, das den Feuchtetransfer aufrecht erhält.










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1. Kein Wald - kein Regen
06.04.2009, Paul R. Woods, Neumagen-DhronSie stützten ihre Beobachtung auf das Klimaxstadium der Vegetation, das nach zu häufiger Brandrodung eintritt - der Grassteppe mit Alang-Alang (Imperata cylindrica), deren Fläche auf Sumatra bereits 1984 auf mehr als 20 Millionen Hektar geschätzt wurde. Über diesen Grasflächen regne es deutlich weniger, wurde uns gesagt, als wir Sekundarwälder rodeten, um Flächen für Kautschukanpflanzungen freizumachen.