Anno 1911 versuchte ein britischer Forscher namens Leonard Noon, Heuschnupfen so zu behandeln wie Pocken oder Tollwut. Er fabrizierte aus kleinen Mengen von Graspollen einen "Pollenimpfstoff", den er Allergikern in sukzessive gesteigerten Dosen injizierte, um Toleranz gegen die Pollen aufzubauen. Seither hat sich aus Noons Impftherapie eine Standardmethode entwickelt, die auf dutzende eingeatmete Reizstoffe zugeschnitten werden kann. Solche Allergene erzeugen meist die lästigen Symptome des Heuschnupfens: Niesen, laufende Nase, Nebenhöhlenbeschwerden.

Wer gegen Pollen, Schimmel oder Hausstaubmilben allergisch ist, hat heute immerhin etwas bessere Chancen als zu Noons Zeiten. In leichteren Fällen verschaffen rezeptfrei erhältliche Antihistaminika Linderung, während bei stärkerer Allergie verschreibungspflichtige Kortikosteroide die entzündeten und geschwollenen Schleimhäute beruhigen. Die schwersten Fälle werden auch heute noch mit Allergeninjektionen oder einer Kombination aller genannten Mittel behandelt. Dabei muss bis zu zweimal pro Woche geimpft werden, und das über drei bis fünf Jahre hinweg, damit die Wirkung anhält. Doch selbst diese aufwändige Therapie bleibt bei bis zu 25 Prozent der Patienten unwirksam. Die Allergene können außer Heuschnupfen aber auch eine ernstere Erkrankung …