Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Dunkel ist die Erkenntnis

    03.07.2004, Rüdiger Biesold
    Wir wissen doch schon von der Schwerkraft genau genommen nichts, außer daß sie vorhanden ist. Das theoretische Graviton ist bisher nicht nachgewiesen. Es ist also folgerichtig, daß wir von einer "Antischwerkraft" noch weniger als nichts wissen; wenn das geht!
    Auf diesem Gebiet ist reichlich Raum für viele spekulative Ansätze. Möglicherweise liegt der Fehler bereits darin, daß wir unsere Forschungen notwenigerweise auf das uns bekannte und erfaßbare Universum beschränken müssen. Aber selbst dieses stellt sich problematisch dar, geht uns doch die Vorstellungskraft für Endlichkeit oder Unendlichkeit ab; immer wenn wir glauben da etwas feststellen zu können, versuchen wir dahinter zu schauen, ob nicht das Gegenteil existiert (so ließe sich Unendlichkeit schließlich definieren).
    Inwieweit unser bekanntes Universum mit seiner Materie den zugehörigen Raum ausfüllt oder nicht, ist auch nicht entfernt erfaßbar. Es könnte aber höherdimensionierte Welten geben (von denen wir natürlich mangels Vorstellungskraft und Meßbarkeit auch keine Ahnung haben), die sozusagen per Integral und Differential mit der geringer dimensionierten Welt wechselwirken. Warum soll nich ein n-dimensionaler (n ab 4 aufwärts) Raum mit entsprechender "Materie" per Wechselwirkung unsere dreidimensionale Welt auseinanderziehen? Ein mathematisch-physikalisches Konstrukt dafür ist möglich; anschaulich gegenständlich wird das nicht. Unser genialster lebender theoretischer Physiker hat sogar ein Projektionsmodell entwickelt (unsere drei Dimensionen als Projektion aus einer 11(?)-dimensionalen Welt mit eingeschränkter Entscheidungsmöglichkeit unsererseits); soweit muß wohl nicht gegangen werden. Aber als Ansatz für Wechselwirkungen ist das doch schon mal was.
  • Altes Erbe?

    03.07.2004, Rüdiger Biesold
    Nicht nur Ameisen zeigen solche Verhaltensweisen, auch bei Bienen und Wespen zeigen sich solche Dinge. Diese Insekten haben augenscheinlich einen Wegindikator, den sie aus verbrauchter Energie zum Laufen oder Fliegen umrechnen und dabei auch Umwege herausrechnen können. Den Richtungsvektoe ermitteln die Hautflügler aus dem Sonnenstand, den sie auch noch zeitlich ohne Sichtkontakt nachführen. Für solch kleine Gehirne eine erstaunliche Leistung. Je näher das Nest, desto angriffslustiger bzw. verteidigungsbereiter werden sie; Geruchs- und/oder Landmarken scheinen nur in unmittelbarer Nestnähe eine Rolle zu spielen.
    Es sollte sich erforschen lassen, ob das alles auf ein sehr altes Erbe der Hautflügler zurückzuführen ist oder mehrfach entstandt. Wenn es ein altes Erbe ist, müßten präadaptive Erscheinungen auch bei der Schwestergruppe der Hautflügler zu finden sin.
  • problematischer Artbegriff

    02.07.2004, Rüdiger Biesold
    Das Problem zeigt sich nicht nur bei erectus. Der biologische Artbegriff paßt genau nur für rezente Arten und hat da schon Problemzonen (zirkumpolare Arten, parthenogenetische z.B.). Bei paläontologischen "Arten" wird er eigentlich nur mangels besserer Einteilung eingesetzt. Schließlich versagt der fruchtbare Kreuzungsausschluß als Kriterium völlig. Es ist der Tat ein zweifelhaftes und sehr mit dem jeweiligen Autor zusammenhängendes Definitionsproblem ohne tatsächlichen substanziellen Wert.

    Bei beträchtlicher Ausdehnung in räumlicher und zeitlicher Hinsicht ist die mangelnde Kreuzbarkeit von Endgliedern sicher unterstellbar, aber wo ist eine zweifelsfreie Grenzziehung räumlich und zeitlich möglich. Die unmittelbaren Nachbarglieder jedenfalls erfüllen dieses Kriterium nicht.

    Um die Bearbeitung dieser Frage hat hat Mann/Frau Wissenschaftler sich bisher herumgedrückt.

    Vielleicht sollte unser Urahn oder auch nur Uronkel nun endlich einen Anstoß an die Adresse seiner späten Deszendenten für etwas mehr Ordnung geben.
  • RE: RE: RE: Gebärmuttertransplantation

    01.07.2004, Nadja
    Hallo Karina,
    ich suche ebenfalls nach einer Möglichkeit, ein Kind zu bekommen. dabei bin ich auf deinen Beitrag gestoßen.
    Vor einem Jahr habe ich erfahren, dass ich ohne Gebärmutter geboren wurde. Trotz meines jungen Alters (18) steht mein Kinderwunsch fest. Dafür würde ich jeden Weg gehen. Jedoch hatte auch ich Pech bei der Suche nach Möglichkeiten einer Transplantation oder einer Leihmutterschaft. Ich habe das Gefühl, dass die Transplantation auch noch in 10 Jahren unmoglich sein wird und eine Leihmutterschaft ist ja verboten.

    Ich würde mich freuen, wenn Du Dich bei mir melden könntest.
    Gruß Nadja
  • Absolut seriös.

    01.07.2004, mfg
    Vergleicht mal diesen Artikel mit dem hier:

    http://www.wissenschaft-online.de/abo/ticker/714192

    Fällt was auf?

    mfg
  • Fürsorge durch Betreuung

    29.06.2004, Rüdiger Biesold
    Schade, daß die Untertitelung entgegen des Artikelinhaltes nur auf "Mutter" Bezug nimmt. Dabei wird deutlich beschrieben, daß der Erfolg bei ähnlicher Aktivität eines/r Adoptivpflegers/in ebensolche nachhaltigen Auswirkungen hat.
    Für die Gattung homo kann das wohl nur heißen, daß sich da in den ersten drei Lebensjahren ähnliches abspielen muß. Offensichtlich kann das aber auch durch andere als biologische Vorfahren geschehen, es muß nur alsbald nach der Geburt beginnen. Für einen besonderen Muttermythos ist also kein Raum.
    Nur Autisten hilft das alles nicht, da muß erst noch der Öffnungsschalter gefunden werden, daß die auf solche Pflegereize hin überhaupt ansprechen. Aber auch da gibt es parallel zu den soziologischen Ansätzen (manche davon durchaus anzweifelbar) sichtbare biologische Punkte.
  • Heisenberg

    26.06.2004, Reiner Zeh
    Müsste es nach Heisenberg nicht unmöglich sein, alle Quantenzustände zeitgleich und genau zu übertragen?
  • Anfang des Ariadne-Fadens

    25.06.2004, Rüdiger Biesold
    Das Gene "schuld" sind an Autoimmunerkrankungen ist nicht neu, aber nun scheint einer der genetischen Faktoren greifbar. Es ist ein Problem unseres sogenannten Gesundheitssystems (nicht erst durch die derzeitige Regierung verursacht), daß keine bezahlte Zeit für ausführliche anamnetische Gespräche zwischen Arzt und Patient ist. Es lassen sich so eine Reihe von familiären Anhäufungen und sehr verschiedenartige Auslöser feststellen. Offensichtlich liegen den verschiedenen Autoimmunkrankheiten (die sollten endlich wissenschaftlich zusammengefaßt werden) mehrere Genfaktoren zu Grunde, wovon wieder einige dominant oder rezessiv sind und einige nur durch "Anstoßfaktoren" wirksam werden (es gibt auch Fälle, wodurch nach "Anstoßfaktor" die Krankheit erscheinungsfrei wird; auf Zeit oder dauernd).
    Hinzu kommt, daß einige medizinische Schulen (hat auch was mit den Abrechnungssytemen für medizinische Leistungen zu tun) die Anzeichen vorhandener Autoimmunkrankheiten ignorieren, wenn sie nicht ausgebrochen und offensichtlich sind. So kann bezweifelt werden, daß die angeblich 17% einer Kontrollgruppe gesund sind; möglicherweise sind diese nur erscheinungsfrei und es wäre zu klären, warum. Ebenso muß es eine Antwort dafür geben, warum denn nur 28% der Kranken diesen Faktor aufweisen. Beides auch ein Hinweis auf den genetisch multifaktoriellen Charakter der Autoimmunkrankheiten.
    Die medizinische Wissenschaft hat hier noch ein sehr weites Feld zu beackern. Es sollte dabei aber auch nicht übersehen werden, daß ein strenges Auge darauf geworfen werden muß, was mit den Ergebnissen genetischer Aufklärung getan werden wird.
  • Welche Nacht ist die kürzeste

    22.06.2004, Kay-Sverre Rosenkilde
    Ich hätte doch zu gern gewußt, ob nun die Nacht vom 20. auf den 21. oder die Nacht vom 21. auf den 22. die kürzeste ist. Für einen kleinen Tip wäre ich dankbar.
  • Zu: Kleine Ungenauigkeit

    21.06.2004, Antje Findeklee
    Lieber Herr Biesold,

    herzlichen Dank für Ihren Hinweis. Da fehlte den Wirbeltieren das "Land" vorneweg.

    Mit herzlichen Grüßen,

    Antje Findeklee

    Redaktion spektrumdirekt
  • Re: Glyphosat und Rosen

    21.06.2004, Antje Findeklee, Redaktion
    Liebe Frau Brunner,

    natürlich dürfen Sie hier auch Fragen stellen! - Noch mehr Leser erreichen Sie dabei übrigens in unseren Foren bei wissenschaft-online. Eine erste Antwort, in der Hoffnung, dass unsere Leser die Informationen noch weiter ergänzen können - vielleicht sogar aus eigenen Erfahrungen:

    Glyphosat, Handelsname Round up®, gehört zur Gruppe der Organophosphorherbizide. Es wurde 1971 von der Firma Monsanto entwickelt und ist ein Abkömmling der Aminosäure Glycin. Organophosphorherbizide, zu denen neben Glyphosat auch das Herbizid Glufosinat und der Wachstumsregulator Etephon gehören, wirken aber nicht selektiv zum Beispiel nur auf einkeimblättrige Pflanzen wie Gräser, deshalb muss der Kontakt mit Kulturpflanzen verhindert werden (es wirkt also auch gegen Ihre Rosen!).

    Deshalb versucht man häufig, Kulturpflanzen gentechnisch so zu verändern, dass sie gegen den Wirkstoff resistent sind. Ansonsten zeigt Glyphsoat recht günstige toxikologische Eigenschaften, es wird im Boden schnell adsorbiert und abgebaut (Halbwertszeit ca. 3 Tage).

    Mit herzlichen Grüßen,

    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Glyphosat und Rosen

    20.06.2004, Gertraud Brunner
    Dürfen hier auch Fragen gestellt werden ?
    Wenn ja, was wird mit unseren Rosen passieren, wenn wir versehentlich anstatt
    Läusemittel ,Roundup gespritzt haben ?
  • Wissenschaft zwischen Trivialität und Hochmut

    19.06.2004, Rüdiger Biesold
    Schon unsere Großmütter und deren Vorfahren sagten, je schlechter es schmeckt, desto besser hilft es. Natürlich wurden heilsame Wirkungen eher zufällig entdeckt, auch unsere komplizierte Wissenschaft entdeckt die tatsächlich wirksamen Inhaltsstoffe eher nachgelagert oder stößt zufällig auf wirksame Substanzen.
    Die "Kultur" von unseren nächsten Verwandten incl. sogenannter primitiver Völker wird chronisch unterschätzt. Da ist viel mehr an Erfahrung und Weitergabe durch schulen und lernen als der Mensch (insbesondere Angehörige sogenannter Kulturvölker) wegen seiner selbstdefinierten Spitzenrolle zugeben kann und will. Nicht nur Schimpansen wissen allem Anschein nach sehr wohl um die Wirkung bestimmter Pflanzen und geben das sehr gezielt weiter. Das gleiche kann auch bei einer Reihe anderer Tiere beobachtet werden, besonders dann, wenn diese im Sozialverband leben. Das Problem ist, daß wir keine Ahnung haben, wie das funktioniert; daß aber liegt zu erheblichen Teilen daran, daß wir diese Möglichkeit als Krone der Schöpfung/Evolution für andere Lebewesen ausschließen und für uns selbst reservieren. Ringelnatz ist auch für die Wissenschaft wichtig, daß nicht sein kann, was nicht sein darf - und eben dies sollte Wissenschaft endlich überwinden.
  • Verwunderung?

    19.06.2004, Rüdiger Biesold
    Grundsätzlich löst die Verlagerung der Entstehung von Leben aus rein irdischen Vorgängen auf extraterrestrische Körper das eigentliche Problem nicht.
    Das beginnt schon mit dem Sprachgebrauch. Es ist fatal, Moleküle aus der Kohlen-/Wasser-/Stickstoffchemie immer als organisch zu bezeichnen. Wir haben diese Einteilung in organisch und anorganisch in der Chemie übernommen; dabei wissen wir doch schon lange, daß sehr viele sogenannte organische Moleküle auf anorganischem Weg entstehen. Wir halten aber an diesem Sprachgebrauch fest und verleihen damit chemischen Vorgängen eine Aura, die denen nicht zukommt und Irrtümer erzeugt.
    Biologie und Leben sind ein Spezialfall der Chemie und die Grenzen sind fließend. Wenn zumindest ein Teil der Urbausteine auf "normalem" (also nichtorganischem) Weg entstehen (Offensichtlich ist das so, denn das Weltall ist voll davon.) und dann bei Landung auf einem Planeten mit geeigneter Umgebung die Initialzündung für den chemischen Spezialfall Leben geben können, dann wäre es ein richtiges Wunder, wäre dieser Planet der einzige belebte. Da wäre für die Erde nur noch das Problem zu klären, wieso ausgerechnet die Archaeae diese Initialmoleküle nicht enthalten, der Rest der belebten Welt aber. Nach den bisherigen Modellen, sind die Archaeae die ursprünglichsten Lebewesen und haben den Platz Erde erst mal für die anderen Existenzen vorbereitet. Da paßt noch ein wenig mehr nicht zusammen.
    Die vermutlich unterschiedliche Zusammensetzung von Kometenkernen sollte demgegenüber viel weniger verwundern. Das Schneeballmodell kann eigentlich nur für die auch mit unbewaffnetem Auge sichtbaren Kometen gelten, die massiven Brocken haben wir früher wegen geringer oder keiner Schweifbildung schlicht nicht gesehen und wenn sie auf die Erde fielen Meteor genannt. Auch hier ist die Welt eben komplizierter als traditionsgebundene Köpfe (meiner incl.) sich das vorstellen können oder manchmal wollen. Man sieht nur, was man weiß, erst danach bleibt Raum für Interpretation und Modelle.
  • Kleine Ungenauigkeit

    18.06.2004, Rüdiger Biesold
    Der neuentdeckte Fisch ist älter als die Dinosaurier, älter als alle Wirbeltiere und fast so alt wie der Quastenflosser. Diese Meldung erschien in dieser Abfolge nicht nur hier. Demnach ist der Quastenflosser als nahezu sichere Stammform aller Landwirbeltiere nun was?
    Sowas sollte nicht bei nahezu allen wissenschaftlichen Redaktionen durchgehen.
    Mit der Unveränderlichkeit von Merkmalen ist das auch so eine Sache. Ein nahezu unverändertes Skelet über lange Zeiträume sagt nichts über dennoch mögliche Veränderungen des Organismus; schließlich mußte sich diese Form einigen dramatischen Veränderungen incl. sogenannter Lebenskrisen anpassen und diese überleben. Das geht kaum ohne Veränderung. Ähnliche Behauptungen gab es auch lange im Zusammenhang mit Rhynchcephalia, sie wurden nicht aufrecht erhalten.
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