Und wieder einen Baum gefällt...
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Im Langstreckenflieger, auf der Berghütte oder sogar im gemeinsamen Bett hat es jeder von uns schon einmal erlebt: Schnarcher bringen andere Menschen um die Nachtruhe. Etwa 30 Prozent aller Erwachsenen produzieren die penetranten Atemgeräusche. Dabei halten wir die markanten Abfolgen zumeist niederfrequenter Töne für typisch männliche Laute. Allerdings nehmen Schlafforscher eine gewisse Dunkelziffer bei Frauen an, die sich vielleicht für ihr eigenes Schnarchen schämen und ungern darüber reden. Trotzdem gehen sie davon aus, dass Schnarcher in der Mehrzahl Männer sind.

In beiden Geschlechtern nimmt der Schnarcher-Anteil mit dem Alter zu, bei Frauen vor allem nach der Menopause. Medizinische Untersuchungen haben gezeigt, dass ein niedriger Östrogenspiegel bei Frauen mit Schnarchen zusammenhängt. Umgekehrt sinkt bei Männern das Schnarchrisiko, wenn sie das weibliche Geschlechtshormon verabreicht bekommen. Über welchen Mechanismus das Östrogen diese Wirkung entfaltet, ist noch ungeklärt.

Die bestimmenden Faktoren dafür, ob und wie stark man schnarcht, sind den Somnologen allerdings wohlbekannt: Gewicht, Hals- und Bauchumfang. "Dass in der Mehrzahl Männer schnarchen, liegt einfach daran, dass bei uns Übergewichtige zumeist männlich sind. Und die haben ihre Problemzonen genau an Hals und Bauch", erklärt Werner Cassel vom Schlaflabor der Universität Marburg.

Allerdings sind die Herren der Schöpfung auch schon auf Grund einer anatomischen Besonderheit anfälliger fürs Schnarchen: Ihr Adamsapfel verengt den Pharynx, der sich an Mund- und Nasenhöhle anschließt und den der Luftstrom beim Atmen passieren muss. Das verstärkte Atemgeräusch entsteht durch die Anstrengung des Körpers, das benötigte Volumen an Luft durch diesen Engpass zu pressen.

Schnarchen ist also alles andere als ein Zeichen für einen guten und erholsamen Schlaf. Besonders wenn das Geräusch sehr laut und unregelmäßig ausfällt, sollten die Betroffenen sich ärztlich untersuchen lassen. Sie könnten unter einer so genannten Schlaf-Apnoe leiden, bei der die Atmung aussetzt, so dass es zu Sauerstoffmangel im Körper kommt. Von dieser potenziell lebensbedrohenden Erkrankung sind rund fünf Prozent der Bevölkerung betroffen – vor allem übergewichtige Männer mittleren Alters.