Paullinia cupana Kunth. ex H. B. K.

(syn. Paullinia sorbilis); Guarana-Strauch.

Fam.: Sapindaceae.

Vork.: Amazonasgebiete Brasiliens und Venezuelas, in Mittelamerika und Sri Lanka eingeschleppt.

Droge: Guarana (syn. Massa Guaranae, Pasta Guarana, Pasta Seminum Paulliniae, Semen Guaranae); Guaranapaste, die aus den geschälten, getrockneten, gerösteten und gepulverten Samen (vgl. Abbildung) durch Zusatz von Wasser bereitete Masse. Inh.: Purinderivate, u.a. Coffein (3,6-5,8 %), Theobromin (0,03-0,17 %) und Theophyllin (0,02-0,06 %), ferner Gerbstoffe (bis 12 %), davon 10 % Proanthocyanidine, 6 % (+)-Catechin und 3 % Epicatechin. Anw.: als coffeinreichste Droge bei Ermüdungserscheinungen, als Stimulans, Bestandteil zahlreicher Fertigpräparate als sog. "schnelle Muntermacher", z.T in Kombination mit Vitamin C und Traubenzucker. In den Heimatgebieten als Anregungsmittel, bei Kopfschmerzen sowie Herz- und Verdauungsbeschwerden, auch zur Entwässerung und bei Fieber.

Hom.: Guarana HAB 34, die aus den geschälten, gerösteten und gepulverten Samen durch Zusatz von Wasser bereitete Paste. Anw.-Geb.: u.a. Kopfschmerzen.

Histor.: 1669 wurde die Paullinia vom Jesuitenmissionar J.F. Bettendorf erstmalig beschrieben. Die Pflanze wird bis heute besonders von den Maues-Indianern an einem Nebenflluß des Amazonas kultiviert und als "Geschenk Gottes" verehrt. 1822 erwähnte auch Alexander von Humboldt die therapeutischen Eigenschaften von Guarana. Die Droge wurde schließlich seit dem 19. Jh. auch in Deutschland über lange Zeit rezepturmäßig für Migränepulver verarbeitet.



Paullinia cupana, Semen Guaranae