Bergmannsche Regel, eine der sog. Klimaregeln, benannt nach C. Bergmann. Die meist nur auf Warmblüter anwendbare Bergmannsche Regel beschreibt die Beobachtung, daß innerhalb einer Art die Individuen von Populationen aus kalten Gebieten größer sind als in den warmen. Bergmann erklärte dies mit den unterschiedlichen Verhältnissen zwischen der Oberfläche und dem Volumen bei kleinen bzw. großen Körpern. Ein großer Körper verliert über seine (in bezug auf sein Volumen) relativ geringe Oberfläche weniger Wärme als ein kleiner. Entsprechend sind nördlich verbreitete Populationen mancher Säugetiere (z. B. Hirsch, Wildschwein) und Vögel (z. B. Uhu, Gimpel) größer als südliche. Auch bei Beuteltieren, deren Körpertemperatur nicht so unabhängig von der Außentemperatur wie bei Warmblütern ist, zeigt die Bergmannsche Regel Gültigkeit. Da alle Organismen vielfältigen Umweltbedingungen genügen müssen, werden infolge gegenläufiger Anpassungserscheinungen solche regelhaften Phänomene häufig überlagert und folglich unkenntlich. Dies gilt auch für die mit der Bergmannschen Regel in Zusammenhang stehende Allensche Proportionsregel. Clines, Größensteigerung, Körpergröße.