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Lexikon der Biologie

Kieselsäuren

Kieselsäuren, Verbindungen des Siliciums mit Wasserstoff und Sauerstoff ( ä vgl. Abb. ) und der allgemeinen Formel: mSiO2 · nH2O. a) Ortho-Kieselsäuren, H4SiO4; nur beim pH-Wert 3,2 beständig, sonst Wasserabspaltung. b) Pyro-Kieselsäuren, Orthodi-Kieselsäuren, H6Si2O7; entsteht durch intermolekulare Wasserabspaltung:



c) Metadi-Kieselsäuren, H2SiO3; entsteht durch Abgabe weiterer Wassermoleküle aus der Pyro-Kieselsäure. Poly-Kieselsäuren sind Kolloide (kolloid, Kieselgel). Durch weitere Wasserabspaltung entstehen lange Ketten (z.B. Asbest), Bänder oder Blätter (z.B. Glimmer), bei denen immer 2 Siliciumatome durch eine Sauerstoffbrücke verbunden sind. Die Salze der Kieselsäuren sind die Silicate. – Silicateinlagerungen findet man in Kernhölzern (z.B. Teakholz; Kernholz) und in den dadurch sehr harten Zellwänden von Gräsern, Riedgräsern und Schachtelhalmen (Biomineralisation, Kieselpflanzen, Zellwand). Auch für die Kieselsäureschalen der Kieselalgen und die Skelette der Kieselschwämme (Silicea) sind Kieselsäuren von Bedeutung. Bodenentwicklung, Verkieselung.



Kieselsäuren

1 räumliches Modell der Kieselsäuren, 2 Anordnungen der Tetraeder: a in Ketten-, b in Band-, c in Blattstruktur

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