Tetrachlorkohlenstoff, Tetrachlormethan, Kohlenstofftetrachlorid, Tetra, CCl4, eine farblose, unbrennbare, stark lichtbrechende Flüssigkeit mit süßlichem Geruch; F. -23 °C, Kp. 76,5 °C, nD20 1,4601. T. ist in Wasser schwer, in Alkohol, Ether, Aceton und Benzol leicht löslich. In Gegenwart von Wasser und Licht wird T. langsam unter Bildung von Chlorwasserstoff und Kohlendioxid zersetzt. Beim Erhitzen in Gegenwart von Sauerstoff wird T. leicht zu Phosgen oxidiert, durch Metalle wird die Oxidation katalysiert. Gemische von T. und Aluminiumpulver oder Alkalimetallen sind sehr explosiv, deshalb darf T. nicht mit elementarem Natrium getrocknet werden!

T. wird durch Chlorierung von Methan oder Kohlendisulfid hergestellt. Als Chlorierungsmittel für Kohlendisulfid werden Chlor oder Dischwefeldichlorid verwendet: CS2 + 3 Cl2 → CCl4 + S2Cl2 bzw. CS2 + 2 S2Cl2 → CCl4 + 6 S. T. ist ein sehr gutes Lösungs-, Extraktions- und Verdünnungsmittel für Fette, Öle, Harze, Kautschuk, Wachse und Lacke. Er wurde deshalb in großen Mengen in der Industrie und zur chemischen Reinigung eingesetzt; wegen der Giftigkeit ist er seit 1981 in Deutschland nicht mehr erlaubt. Aufgrund der Vergiftungsgefahren durch Phosgenbildung ist seine Verwendung als Feuerlöschmittel (Tetralöscher) weitgehend eingeschränkt worden. In steigendem Maße wird T. zur Herstellung von Fluorkohlenwasserstoffen verwendet.

Tetrachlorkohlenstoff kann durch Inhalation und durch die Haut vom Körper aufgenommen werden. Er wirkt narkotisierend und kann Kopfschmerzen, Übelkeit, vorübergehende Taubheit und verminderte Sehschärfe sowie in der Folge schwere Leber- und Nierenschädigungen verursachen. Gegenmaßnahme: sofort Frischluft, gegebenenfalls Sauerstoffbeatmung. Schwere Vergiftungen können tödlich sein.