Ein neues Jahr bricht an, und wie immer nehmen sich viele Menschen vor, endlich abzunehmen und sich gesünder zu ernähren. Diesmal könnte die Neujahrsdiät tatsächlich klappen, denn Hilfe naht von unerwarteter Stelle: Ausgerechnet Rechtspsychologen wollen nun Erkenntnisse aus der Gedächtnisforschung auf raffinierte Weise nutzen, um uns schlanker zu machen.

Elizabeth Loftus ist eigentlich berühmt für Experimente, die zeigen, wie leicht sich die Erinnerung an ein Ereignis im Nachhinein verändern lässt und wie fehleranfällig Zeugenaussagen deshalb sind. 1974 wies sie nach, dass sogar die Art der Befragung beeinflussen kann, woran sich ein Augenzeuge zu erinnern glaubt. Gemeinsam mit Daniel Bernstein von der University of Washington in Seattle gelang es ihr, diesen so genannten Falschinformationseffekt auf unsere Essgewohnheiten anzuwenden.

Die beiden versuchten, die Erinnerungen ihrer Versuchspersonen so zu manipulieren, dass sie eine Abneigung gegen bestimmte Nahrungsmittel entwickelten. Zunächst sollten die Teilnehmer Auskunft über ihre Lieblingsspeisen geben. Eine Woche später wurde ihnen mitgeteilt, dass ein Computer die Daten analysiert und dadurch festgestellt habe, was sie als Kinder mit ­bestimmten Lebensmitteln erlebt hätten. Dem angeblich ausgeklügelten Profil zufolge sei ihnen damals übel ­geworden, nachdem sie ein hart gekochtes Ei oder eine ­Essiggurke gegessen hatten. …