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Parapsychologie

Übersinnlich veranlagt

Magie und Aberglaube sind weit verbreitet - und das mit gutem Grund: Unser Gehirn neigt von Natur aus dazu, "übernatürliche" Zusammenhänge zu konstruieren.
Que sera, sera

Haben Sie schon einmal das Antlitz von Jesus Christus auf einem Kartoffelchip entdeckt? Vermutlich nicht. Aber vielleicht sind Ihnen in Ihrem Leben bereits andere, ähnlich wundersame Erscheinungen begegnet. Viele Menschen behaupten, es gäbe Geister oder sie könnten mit ihren Träumen die Zukunft vorhersagen. Manche sind sogar felsenfest davon überzeugt, sie hätten die Jungfrau Maria auf einem Käsetoast erkannt.
Solche Visionen erscheinen weit hergeholt – doch sie sind überraschend verbreitet. Drei von vier US-Amerikanern glauben laut einer Befragung aus dem Jahr 2005 an die Existenz para­normaler Phänomene; jeder Dritte will schon einmal etwas Übernatürliches erlebt haben. Wie eine Langzeitstudie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab, hat sich die Zahl der abergläubischen Deutschen seit den 1970er Jahren fast verdoppelt. So erwarten 42 Prozent der Bundesbürger von einem vierblättrigen Kleeblatt Glück, jeder Vierte fürchtet die Zahl 13. Die Liste der paranormalen Phänomene, an die unsere Mitmenschen glauben, umfasst Telepathie, Hellsehen, die geistige Kontrolle über Gegenstände sowie die Gabe, mit Toten zu kommunizieren.
Angesichts der schieren Allgegenwart dieser Überzeugungen stellen sich Psychologen die Frage, was dahintersteckt …

12/2012

Dieser Artikel ist enthalten in Gehirn&Geist 12/2012

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  • Quellen und Literaturtipp

Literaturtipp

Wiseman, R.: Paranormality. Why We See What Isn't There. Pan Macmillan, Basingstoke 2011 (dt.: Paranormalität. Warum wir Dinge sehen, die es nicht gibt. Fischer, Frankfurt 2012)
Mit britischem Humor hinterfragt Richard Wiseman paranormale Phänomene - und liefert interessante Einblicke in die Arbeitsweise unseres Gehirns.


Quellen

Barrett, J. L.: Why Would Anyone Believe in God? Rowman Altamira, Lanham 2004

Bem, D. J.: Feeling the Future: Experimental Evidence for Anomalous Retroactive Influences on Cognition and Affect. In: Journal of Personality and Social Psychology 100, S. 407-425, 2011

Bering, J.: The Belief Instinct. The Psychology of Souls, Destiny, and the Meaning of Life. W. W. Norton, New York, 2011 (dt.: Die Erfindung Gottes. Wie die Evolution den Glauben schuf. Piper, München 2011)

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Caputo, G. B.: Strange-Face-in-the-Mirror Illusion. In: Perception 39, S. 1007-1008, 2010

Heider, F. Simmel, M.: An Experimental Study of Apparent Behavior. In: American Journal of Psychology 57, S. 243-259, 1944

Hood, B. M.: SuperSense. Why We Believe in the Unbelievable. HarperCollins, New York 2009 (dt.: Natürlich übernatürlich. Warum wir an das Übernatürliche glauben. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2010)

Mohr, C. et al.: Magical Ideation Modulates Spatial Behavior. In: Journal of Neuropsychiatry and Clinical Neuroscience 15, S. 168-174, 2003

Redelmeier, D. A., Tversky, A.: On the Belief that Arthritis Pain Is Related to the Weather. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA 93, S. 2895-2896, 1996

Shermer, M.: Believing Brain. From Ghosts And Gods To Politics And Conspiracies - How We Construct Beliefs And Reinforce Them As Truths. Times Books, London 2011