Haben Sie schon einmal das Antlitz von Jesus Christus auf einem Kartoffelchip entdeckt? Vermutlich nicht. Aber vielleicht sind Ihnen in Ihrem Leben bereits andere, ähnlich wundersame Erscheinungen begegnet. Viele Menschen behaupten, es gäbe Geister oder sie könnten mit ihren Träumen die Zukunft vorhersagen. Manche sind sogar felsenfest davon überzeugt, sie hätten die Jungfrau Maria auf einem Käsetoast erkannt.
Solche Visionen erscheinen weit hergeholt – doch sie sind überraschend verbreitet. Drei von vier US-Amerikanern glauben laut einer Befragung aus dem Jahr 2005 an die Existenz para­normaler Phänomene; jeder Dritte will schon einmal etwas Übernatürliches erlebt haben. Wie eine Langzeitstudie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergab, hat sich die Zahl der abergläubischen Deutschen seit den 1970er Jahren fast verdoppelt. So erwarten 42 Prozent der Bundesbürger von einem vierblättrigen Kleeblatt Glück, jeder Vierte fürchtet die Zahl 13. Die Liste der paranormalen Phänomene, an die unsere Mitmenschen glauben, umfasst Telepathie, Hellsehen, die geistige Kontrolle über Gegenstände sowie die Gabe, mit Toten zu kommunizieren.
Angesichts der schieren Allgegenwart dieser Überzeugungen stellen sich Psychologen die Frage, was dahintersteckt …