Hummeln, Wildbienen und andere Bestäuber sind bekanntlich bedroht und ökonomisch wie ökologisch ungemein wichtig – ganz genaue Zahlen sind in diesem Zusammenhang allerdings recht schwer zu bekommen. Denn die Aktivitäten der emsigen Insekten sind nur mit enormem Aufwand in freier Wildbahn zu überwachen, und viel Feldarbeit ist nötig, um exakt festzustellen, wer wann wo in welchem Feld welche Pflanze ansteuert und bestäubt. Jetzt stellen pfiffige Forscher in "PLOS" einen möglicherweise Zeit sparenden Ausweg vor: Sie glauben, brummende Insekten und deren Aktivität in ganzen Feldern am charakteristischen Summgeräusch identifizieren und überwachen zu können.

Zunächst hatte das Team darauf aufgebaut, dass das Gesumme von verschiedenen Bienen- und Hummelarten bei Bestäubungsaktivitäten und im Flug – ein rhythmisches, durch Oberkörpervibrationen zwischen 120 bis 400 Hertz hervorgerufenes Geräusch – ziemlich arttypische Kennzeichen aufweist. Zudem korreliert es auch mit den Zungenlängen- und Mundhöhlenparametern, die ihrerseits etwa über die Vorlieben der Tiere beim Ansteuern von Blüten Auskunft geben. Und daraus kann man etwas machen, meinten die Forscher.

Sie gingen daran, exemplarisch zu zeigen, dass aus dem Klangteppich eines Felds in jedem Augenblick abzulesen sein könnte, ob die Bestäubung der Feldfrüchte gerade gut oder suboptimal effizient erfolgt. Dazu nahmen sie zunächst die akustischen Parameter zweier Arten ins Visier: Den Hummelarten Bombus balteatus und B. sylvicola. Das ermöglichte es, die Anzahl und Aktivität der Spezies in einem abgehörten Feld zu lokalisieren, in dem insbesondere zwei Kleearten auf die Bestäubung durch Hummeln angewiesen sind. Tatsächlich zeigte sich nach einer intensiven Auswertung der gesammelten Daten, dass die Erfolgsquote der Bestäubung – und damit der Kleeertrag des Felds – mit dem aufgezeichneten Summen in verschiedenen Teilen des Felds korrelierte.

So ist es also zumindest im Prinzip denkbar, aus durch ein Lauschnetzwerk von Hummelabhörwanzen gesammelten Daten Rückschlüsse auf zu erwartende Erträge zu errechnen, spekulieren die Forscher. Unabhängig davon könne mit einer geeigneten Abhöranlage jedenfalls aber das Ökosystem aller fliegenden Bestäuber deutlich einfacher überwacht und untersucht werden.