Bienen ohne Stachel mögen für den Menschen zwar ungefährlich sein, bekämpfen sich untereinander aber mit ganz schon harten Bandagen. Das zeigt eine neue Untersuchung von Forschern um Paul Cunningham von der Queensland University of Technology in Brisbane. Die australischen Wissenschaftler beobachteten Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Arten stachelloser Bienen der Gattung Tetragonula, bei denen eine Gruppe den Bienenstock der anderen einnehmen wollte.

Dabei entdeckten Cunningham und Kollegen, dass die Insekten sich untereinander häufig mit einer Art "Todesgriff" in die Mangel nahmen, bei dem sie sich im Zweikampf mit ihren Mundwerkzeugen ineinander verkeilten. Tragischerweise überlebt diesen Angriff aber keiner der beiden Kontrahenten, weshalb der Bienenstock am Ende mit toten Körpern übersäht war. Welches Volk den Kampf schließlich für sich entscheidet, hänge von der schieren Anzahl an Mitgliedern ab, meinen die Forscher. Diese Alles-oder-Nichts-Kämpfe beobachteten sie im Verlauf von fünf Jahren, in denen sie 250 verschiedene Bienenstöcke observierten, ganze 46-mal. Manche der Auseinandersetzungen zwischen den Völkern hielten dabei sogar über Wochen an. Oftmals griffen die Eindringlinge das gegnerische Volk in mehreren Wellen an und kochten die Verteidiger so weich.