Acht der schlimmsten 30 Luftverschmutzer Europas stehen in Deutschland: große Kohlekraftwerke in Nordrhein-Westfalen und Ostdeutschland, die vornehmlich Braunkohle verfeuern. Sie verursachen Schäden in Milliardenhöhe – etwa wegen gesundheitlicher Folgen für Anwohner oder Gebäudeschäden –, fasst nun ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht zusammen. Insgesamt erzeugt nur ein Prozent der untersuchten 14 325 großindustriellen Anlagen und Kraftwerke die Hälfte aller Kosten in Höhe von mindestens 59 Milliarden Euro allein im Jahr 2012; unter den 30 schlimmsten Betrieben befanden sich 26 Kohlekraftwerke, die außer in Deutschland vor allem in osteuropäischen Ländern stehen.

Seit Beginn des Untersuchungszeitraums im Jahr 2008 seien die jährlichen Schäden zurückgegangen, so die EEA, allerdings könne man dies nicht unbedingt auf verschärfte Abgasnormen zurückführen: Im gleichen Zeitraum suchte eine schwere Wirtschaftskrise die Europäische Union heim. Zudem nennt die Studie in erster Linie die Gesamtkosten, nicht aber die Schäden in Relation zur Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft beziehungsweise zum erreichten Wirkungsgrad der jeweiligen Anlagen. Beziehe man dies ein, dann schneiden die deutschen und andere westeuropäische Kraftwerke deutlich besser ab als jene in Polen oder Rumänien, schreibt die EEA. Sie empfiehlt, dass die 1500 stärksten Luftverschmutzer möglichst auf den neuesten Stand der Reinhaltungstechnik gebracht werden, um gesundheitliche und volkswirtschaftliche Schäden am effektivsten zu reduzieren.