Um an Futter zu gelangen, das sich eigentlich außer Reichweite befindet, pusten Elefanten es so lange mit ihrem Rüssel durch die Gegend, bis sie schließlich doch an die Leckereien herankommen. Das berichten zumindest Forscher von den Universitäten Sokendai und Kyoto nach einem Versuch mit zwei in Gefangenschaft lebenden Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) im Kamine Zoo in Japan. Die Wissenschaftler platzierten verschiedene Nahrungsmittel der Tiere wie Äpfel, Kartoffeln, Bambus, Heu oder Blätter in einen schmalen Spalt, so dass die Elefanten sie zunächst nicht erreichten, und beobachteten anschließend mit Hilfe von Videokameras, wie die Tiere versuchten, das Futter mit kräftigen Luftstößen aus ihrem Rüssel von der anderen Seite des Spalts aus in ihre Richtung zu blasen.

Im Verlauf von 32 Tagen führten die Forscher das Experiment insgesamt 128-mal durch und analysierten im Anschluss ganz genau, wie lange die Tiere pusteten, aus welcher Position, wie sie ihren Rüssel dabei bogen und wie oft sie erfolgreich waren. Im Schnitt mussten die beiden Elefanten jeweils dreimal blasen, bis sie an die Leckereien herankamen. Lag das Futter dagegen ganz in der Nähe, zeigten sie dieses Verhalten kaum. Elefantendame Mineko stellte sich im Schnitt etwas geschickter an als ihre Artgenossin Suzuko. Wissenschaftler vermuten schon länger, dass Elefanten ihre Rüssel wie eine Art Laubbläser nutzen, um an schwer zugängliche Nahrung zu gelangen, bisher wurde diese Fähigkeit aber kaum in einem experimentellen Setting untersucht. Die japanischen Forscher stellen nun die Frage in den Raum, ob man unter diesen Umständen auch den Atem des Elefanten als eine Art "Werkzeug" verstehen kann, auch wenn hier kein externes Objekt zum Einsatz kommt.