Die Jagd auf Wilderer ist eröffnet. Afrikanische Elefanten werden seit jeher wegen ihrer Stoßzähne verfolgt und getötet, jetzt könnte auch die Jagd auf illegale Wilderer gezielter werden. Ein Team um Samuel Wasser von der University of Washington in Seattle untersuchte konfisziertes Elfenbein der letzten 20 Jahre mit Hilfe genetischer Methoden. Die Forscher fanden heraus, dass 85 Prozent des seit 2006 beschlagnahmten weißen Golds aus nur zwei Regionen stammen: einem Gebiet, dass sich über die Zentralafrikanische Republik, Kamerun, Gabun und die Demokratische Republik Kongo erstreckt, sowie einem von Tansania bis Nordmosambik. Zu wissen, wie viele Hotspots es gibt und wo sie sich befinden, könnte dabei helfen, die seit einigen Jahren wieder verschärfte illegale Elefantenjagd zu bekämpfen.

Die Wissenschaftler analysierten Elfenbein aus insgesamt 28 beschlagnahmten Ladungen, die jeweils eine halbe Tonne oder mehr wogen. Die Stoßzähne untersuchten sie auf ihre geografische Herkunft und die Unterart, dessen Träger sie einst schmückten. Dazu isolierten sie zunächst die DNA aus 1350 Dungproben frei lebender Elefanten, um diese dann mit DNA-Proben des Elfenbeins zu vergleichen.

Zwischen 2006 und 2014 beschlagnahmte Stoßzähne von Savannenelefanten (Loxodonta africana africana) kamen großteils aus Tansania und Mosambik. Elfenbein von Waldelefanten (Loxodonta africana cyclotis) hingegen stammte hauptsächlich aus der Zentralafrikanischen Republik und aus dem angrenzenden "Tridom", einem geschützten Ökosystem, dass sich über drei Länder erstreckt: Kamerun, Gabun und die Demokratische Republik Kongo. Die Wilderer versuchten auch meist, ihre Ware über andere Länder zu schmuggeln als die Herkunftsländer des Elfenbeins. Eine der größten beschlagnahmten Chargen enthielt sogar große Mengen Elfenbein aus beiden Hotspots, was vermuten lässt, dass eine Verbindung zwischen den größten Händlern der beiden Gebiete besteht.

Im letzten Jahrzehnt sind die zentralafrikanischen Elefantenpopulationen um 61 Prozent zurückgegangen. Schätzungsweise 50 000 Elefanten fallen den Wilderern pro Jahr zum Opfer. "Wenn wir ein Zehntel der Population pro Jahr verlieren, sind Taten dringend geboten – wir müssen wissen, wo das Morden stattfindet, und es an der Quelle stoppen", so Wasser. Die Forscher hoffen, dass die identifizierten Hotspots dazu führen, die Strafverfolgung gezielt in diesen Gebieten stärker durchzusetzen. Die Methode könnte auch auf andere gefährdete Tierarten wie das Nashorn angewandt werden und so dabei helfen, den illegalen Handel mit Wildtieren zu bekämpfen.