Wissenschaftler um Paul Crane von der University of Washington in Seattle sind in einer großen statistischen Studie auf einen Zusammenhang zwischen Schädel-Hirn-Traumata mit Bewusstseinsverlust und der Parkinsonkrankheit gestoßen. Für Demenz und schwere Gehirnerschütterungen galt dies dagegen nicht. Die Forscher analysierten die Daten von mehr als 7000 Probanden aus insgesamt drei Studien, darunter Geistliche und Bewohner eines Seniorenheims in Chicago. Die Teilnehmer waren knapp 80 Jahre alt, und über 800 von ihnen hatten in ihrem Leben einmal ein Schädel-Hirn-Trauma mit anschließender Ohnmacht erlebt.

Obwohl mehr als 1500 Probanden im Laufe der Zeit an Demenz erkrankten, konnten die Forscher keine Verbindung zwischen Erkrankungen wie Alzheimer und einer früheren Verletzung von Kopf und Gehirn entdecken. Dafür schien ein schweres Schädel-Hirn-Trauma aber mit der Parkinsonkrankheit in Verbindung zu stehen, schreiben die Autoren. Ebenso scheint es mit dem Fortschreiten von Parkinsonsymptomen assoziiert zu sein, mit der Ansammlung so genannter Lewy-Körperchen, die später oft im Gehirn von Parkinsonpatienten nachweisbar sind, und mit kleinen Schlaganfällen, so genannten Mikroinfarkten.

Morbus Parkinson zählt zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Dabei sterben die Dopamin produzierenden Neurone in einer Struktur im Mittelhirn ab; die Folgen sind unter anderem Zittern und Muskelstarre. Wissenschaftler befürchten schon länger, dass Schädel-Hirn-Traumata langfristige Folgen für das Gehirn haben können, auch wenn die Betroffenen sich meist gut wieder davon erholen. Im Fokus der Forschung stehen vor allem Sportler wie auch Soldaten, bei denen Schädelverletzungen mit Beteiligung des Gehirns oft nicht richtig erkannt und umgehend versorgt werden.