Die Oberfläche des Saturnmonds Titan ist von Meeren bedeckt, die jedoch nur äußerlich an die Gewässer der Erde erinnern. In Wirklichkeit bestehen sie aus Methan und Ethan, die in der eiskalten Atmosphäre in flüssiger Form vorliegen, verdampfen und dann als Regen wieder in die Meere zurückfließen.

Die Verhältnisse auf der Oberfläche hat ein Team um Michael Malaska vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena nun im Labor nachgestellt. Dabei zeigte sich, dass sich unter den vorherrschenden Temperatur- und Druckverhältnissen auf dem Mond große Mengen von atmosphärischem Stickstoff im Methan lösen – es entsteht, anders gesagt, Methansprudel. Denn das Gas neigt dazu, schon bei leichten Störungen auszuperlen und in Form von Blasen aufzusteigen. Solche Störungen können etwa saisonale Temperaturveränderungen sein, aber auch Regen, der das Konzentrationsverhältnis von Methan und Ethan verschiebt.

Mysteriöse Zauberinseln
© NASA/JPL-Caltech/ASI/Cornell
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Wenn der Stickstoff frei wird, dürfte es zu einer beachtlichen Schaumbildung kommen. Zumindest war dies in der simulierten Titanwelt im Labor der Fall. Und das wiederum gibt einen Hinweis auf ein weiteres Phänomen, das Forscher auf der Oberfläche des Monds beobachteten: In Radaraufnahmen der Sonde Cassini tauchten in einigen Fällen "Magic Islands" in den Meeren auf. Diese scheinbar festen Strukturen von vielen Quadratkilometern Fläche entstehen ohne erkennbaren Anlass und lösen sich in den folgenden Monaten von selbst auf.

Womöglich, so nun die Vermutung von Malaska und Kollegen, handelt es sich dabei um riesige Blasenteppiche. Vermutet worden war das schon früher. Ihre Laborstudie legt nun nahe, dass tatsächlich ein solcher Mechanismus dahinterstecken könnte. Als weitere Auslöser für die "Zauberinseln" kämen theoretisch auch Wellen oder im Methan schwebende Feststoffe in Frage. Möglich ist zudem, dass sie auf Schwankungen im Methanspiegel zurückgehen, durch die der Boden des "Gewässers" frei gelegt wird.