Ein Hühnerei wirkt klein verglichen mit diesem Großflügler, der chinesischen Forschern in den Bergen von Chengdu ins Netz gegangen ist.
© Insect Museum of West China / Zhong Xin
(Ausschnitt)
 Bild vergrößernWasserinsekt

Diesem Tier möchte man wohl lieber nicht beim Baden begegnen: Eine neu entdeckte Art aus der Ordnung Megaloptera hat nicht nur eine Flügelspannweite von 21 Zentimetern, was sie zum größten bislang bekannten Wasserinsekt macht. Das Tier besitzt auch veritable säbelartige Mandibel, die mehrere Zentimeter lang sind, aber wohl vor allem der Partnerwerbung dienen – die meisten Großflügler, zu der die noch unbeschrieben Art gehört, nehmen keine Nahrung auf. Außerdem halten die Männchen damit während der Paarung die Weibchen fest. Als Waffe werden diese verlängerten Kiefer eher nicht eingesetzt, doch können die Tiere sie tatsächlich auch zur Verteidigung einsetzen. Aussagen der Forscher zufolge soll dieses Zwicken durchaus sehr schmerzhaft sein. Aufgespürt wurde die Art entlang von Bächen im Gebirge von Chengdu in der chinesischen Provinz Sichuan durch Mitarbeiter des Insektenmuseums von Westchina.

Megaloptera verbringen die meiste Zeit ihres Lebens als Larven im Wasser und verlassen es erst, um sich zu verpuppen und anschließend zu verpaaren. Die Suche nach einem Partner sowie die Fortpflanzung verbraucht denn auch das meiste der sehr kurzen Lebenszeit außerhalb von Bächen und Seen. Nach wenigen Tagen sterben die erwachsenen Insekten schon. Das größte Insekt überhaupt ist die neue Megaloptera-Art allerdings nicht: An Gewicht wird sie übertroffen von der Langfühlerschrecke Deinacrida heteracantha aus Neuseeland, die mehr als 70 Gramm auf die Waage bringt (drei Mal so viel wie eine Maus). Und länger ist die Gespenstschrecke Phobaeticus serratipes, die knapp 36 Zentimeter lang werden kann.