Eine schweineartige Nase, riesige Ohren, langes Schamhaar und spitze Vampirzähne – Hyorhinomys stuempkei sieht aus, als wäre die Art aus verschiedenen Tieren zusammengesetzt worden. Doch dieser Vertreter der Nasenratten ist tatsächlich so einzigartig, dass er bei seiner wissenschaftlichen Erstbeschreibung gleich einer eigenen Gattung zugeordnet wurde, wie Biologen um Jake Esselstyn von der Louisiana State University nun im "Journal of Mammalogy" berichten. Sie hatten die Art in der Bergwäldern des Mount Dako auf der indonesischen Insel Sulawesi entdeckt, deren Ökosysteme bis heute relativ schlecht erforscht sind.

Lange Zähne sind typisch für Nasenratten, die zwar wie Spitzmäuse aussehen, aber zu den Nagetieren zählen. Bei Hyorhinomys stuempkei sind sie allerdings besonders lang ausgebildet, wobei ihre genaue Funktion noch unklar ist: Da sich die Tiere vornehmlich von Insekten und Regenwürmern ernähren, benutzen sie diese eher nicht für die Jagd. Zudem verfügen die Tiere nur über schwache Kiefermuskeln, weshalb sie ihre Beute kaum zerkauen können. Sulawesis gebirgiges Hinterland gilt als ein Zentrum der Artenvielfalt: Das reliefreiche Gebiet sorgt dafür, dass sich viele Arten rasch auseinanderentwickeln können. Esselstyn und Co haben in den letzten Jahren bereits zwei weitere einzigartige Vertreter der Nagetiere hier aufgespürt und beschrieben, darunter eine Wasserrattenart.