Die Menschen schätzen Privatsphäre und Datenschutz offenbar wichtiger ein als je zuvor: 80 Prozent der 3000 befragten Internetnutzer einer repräsentativen Studie (PDF) hielten Privatsphäre für ein Grundrecht, wie die Erhebung der Open-Source-Firma Open-Xchange aus Nürnberg ergeben hat (Zusammenfassung). 3000 Nutzer aus den USA, Großbritannien und Deutschland wurden zu ihrer Einstellung zu Datenschutz und den von ihnen verwendeten Internetdiensten befragt.

Im Vergleich zu früheren Erhebungen sagten deutlich mehr der Befragten aus, dass sie eine Internetseite oder entsprechende Dienstleistungen nicht mehr nutzen würden, wenn diese in einen Privatsphärenskandal verwickelt wäre. 57 Prozent waren der Meinung, dass es Technologieunternehmen nicht erlaubt sein sollte, private Daten ungefragt an Dritte weiterzugeben.

Ein Großteil der Befragten in den USA gab an, dass der Ausgang der US-Wahlen aus ihrer Sicht einen weltweiten Einfluss auf den Umgang mit der Privatsphäre im Internet haben wird. 81 Prozent empfinden die Position der Kandidaten in Bezug auf das Thema als relevant für ihre Wahlentscheidung.

Auch die Möglichkeiten der Verschlüsselung rücken immer mehr ins Bewusstsein der Nutzer. Allerdings ist der Wunsch nach einfach zu handhabenden Lösungen groß: 81 Prozent würden es begrüßen, wenn sie Mails mit einem Klick verschlüsseln könnten. 28 Prozent gaben an, die bisherigen Verschlüsselungstechnologien seien zu kompliziert in der Nutzung.

Nicht zuletzt verurteilen die Anwender die Gefahr zunehmender staatlicher Überwachung: 63 Prozent sorgen sich darum, dass staatliche Stellen Zugang zu ihren privaten Daten haben könnten. Die Mehrheit in den USA und Deutschland verfolgt die Debatte über staatliche Hintertürchen – in Deutschland gaben fast 75 Prozent der Befragten an, das Thema eng zu verfolgen. Die meisten gehen davon aus, dass die Möglichkeiten, Verschlüsselung zu umgehen oder Smartphones zu entsperren, die Gefahr des Datendiebstahls durch Kriminelle und der unrechtmäßigen Nutzung durch Staaten erhöht.