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Technik: Schnitzel erreicht höhere Datenrate als Handys

Ultraschall soll Daten schneller durch Gewebe schicken. So sollen Ärzte besser mit Implantaten kommunizieren, die zum Beispiel Medikamente kontrolliert freisetzen.
Schnitzel mit Zitrone auf Holzbrett

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Andrew Singer von der University of Illinois hat einen Weg gefunden, Daten mit bis zu 30 Megabit pro Sekunde durch ein Schnitzel zu übertragen. Mit dem Versuch entwickeln die Wissenschaftler eine Methode, Daten mit Implantaten weit schneller auszutauschen als bisher möglich. Heutige Implantate übertragen Daten meist mit Hilfe von Radiowellen, allerdings sind die in ihrer Leistung ebenso begrenzt wie in ihrer Frequenz – sie dürften weder andere Geräte stören noch das Gewebe zu sehr aufheizen. Ihre Datenrate liegt meist bei deutlich unter 50 Kilobyte pro Sekunde. Diesen Einschränkungen unterliegt Ultraschall nicht – und so kann Singers Verfahren von der Datenrate her mit Mobiltelefonen konkurrieren und wäre sogar in der Lage, Netflix-Videos in HD in den Körper hineinzustreamen.

Für ihr Experiment verwendeten die Wissenschaftler einen 5-Megahertz-Ultraschallsender, den sie unter Wasser an ein Stück Schweinefleisch anschlossen, und dann maßen sie mit einem Empfänger, wie stark das Fleisch das Signal dämpft und stört. Wie Singer berichtet, leitete das Fleisch die Daten fast ohne Verlust weiter. Allerdings bleiben offene Fragen – einerseits übertragen Ultraschallsender nur in einem recht eng begrenzten Bereich, so dass die Ausrichtung des Geräts zur Datenübertragung bekannt sein muss. Andererseits waren Sender und Empfänger nur wenige Zentimeter voneinander entfernt direkt an das Schnitzel angeschlossen. Ob die Datenraten auch über größere Strecken mit Knochen und anderen Gewebetypen immer noch so gut aussehen, bleibt offen.

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