Der Krankheitserreger Staphylococcus aureus nistet sich in den Zellen seines Wirts ein und entgeht so dem Immunsystem und Antibiotika. Dies fanden Christian Garzoni von der Universität Genf und Kollegen heraus. Ist das Bakterium erst einmal in eine Lungenzelle gelangt, bleibt es möglichst unauffällig.

Die Schweizer Forscher untersuchten im Reagenzglas, auf welche Teile seines Erbguts der Keim vor und nach dem Eintritt in die Wirtszelle zurückgreift. Dabei stellten sie fest: Bereits nach zwei Stunden hat S. aureus sich an das Überleben in der neuen Umgebung angepasst. Er fährt seinen Stoffwechsel bis auf die Vitalfunktionen zurück, vermehrt sich sehr langsam und scheidet nur noch wenige Toxine aus. Diese Zellgifte könnten dazu führen, dass die beherbergende Lungenzelle abstirbt, und die Tarnung wäre zerstört. Auf diese Art und Weise verharrt der Krankheitserreger bis zu zwei Wochen in seinem Versteck.

Staphylococcus aureus ist beim Menschen für eine Reihe von gefährlichen und oft chronischen Erkrankungen verantwortlich. Bislang nahmen Forscher an, der Erreger hielte sich im Körper nur außerhalb der Zellen auf. Die neuen Einsichten in seine Anpassungsstrategie könnten dabei helfen, ihn mit Medikamenten effektiver zu bekämpfen. (map)