E-Books und die dafür nötigen Lesegeräte erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Ob und welche positiven oder negativen Folgen sie für die Nutzer haben, wird dagegen erst nach und nach erforscht. Eine Studie von Anne-Marie Chang von der Pennsylvania State University in University Park und ihren Kollegen deutet nun an, dass ihre abendliche Lektüre die innere Uhr des Menschen etwas aus dem Takt bringen könnte. Die Forscher hatten zwölf Teilnehmer abends zuerst fünf Tage lang stundenlang auf einem elektronischen Lesegerät schmökern lassen, bevor diese nach einer mehrtägigen Pause nochmals fünf Tage zu einer klassischen gedruckten Lektüre griffen. Während beider Versuche nutzten die Probanden als Lichtquelle im Raum nur gedämpftes Licht.

Während die gedruckten Werke das Einschlafen zumindest nicht behinderten, zeitigte das helle Licht der Displays dagegen die erwarteten Folgen: Die Probanden wurden im Verlauf des Abends weniger schläfrig, benötigten länger, um einzuschlafen und schliefen schlechter, so dass sie am nächsten Morgen schwerer aus den Federn kamen. Verursacht wurde diese Entwicklung wohl durch veränderte Hormonkonzentrationen im Blut, die vom zusätzlichen Licht negativ beeinflusst wurde. So sank der Melatoningehalt im Körper während des E-Book-Konsums verglichen mit der Woche, in der die beteiligten Leser zu Papier gegriffen hatten. Melatonin gilt als Schlafhormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus der inneren Uhr mitsteuert. Ein Melatoninmangel kann folglich Schlafprobleme auslösen.