Die Bilderberger regieren die Welt, die Amis waren nie auf dem Mond – und die Anschläge vom 11. September wurden vom Mossad durchgeführt: All diese "Wahrheiten" finden sich zuhauf in Büchern oder im Internet und werden von bestimmten Kreisen gern geglaubt. Doch wer ist besonders anfällig für derartige Verschwörungstheorien? Eine Antwort legen Psychologen um Jan-Willem van Prooijen von der Freien Universität Amsterdam im Journal "Social Psychological and Personality Science" vor. Die Forscher hatten dazu drei Studien aus den Niederlanden und eine aus den USA ausgewertet. Letztere umfasste beispielsweise 185 Teilnehmer, die sich auf einer Siebenpunkteskala von linksextrem über liberal/moderat bis rechtsextrem einstufen sollten, bevor ihnen verschiedene verschwörungstheoretische Aussagen zur letzten Wirtschaftskrise vorgelegt wurden. Diese sollten sie dann je nach persönlicher Meinung gewichten. Das Ergebnis: Die Extremisten von den Rändern des politischen Spektrums stimmten Sätzen wie "Die Finanzkrise ist das Ergebnis einer Verschwörung von Bankern und korrupten Politikern" deutlich stärker zu als Wähler der Mitte.

Ähnlich ging eine repräsentative niederländische Studie mit mehr als 1000 Befragten vor, die sich ebenfalls zuerst politisch verorten sollten, bevor ihnen gängige Verschwörungstheorien vorgelegt wurden – etwa dass Ölfirmen dem letzten Irakkrieg den Weg bereitet hätten. Und auch hier neigten Links- und Rechtsextreme wesentlich häufiger diesen Aussagen zu als die politische Mitte. Gleichzeitig bevorzugten sie in den Tests einfache, teils radikale Lösungen selbst für komplexe Probleme. Gleichzeitig korrelierte der Glaube an diese einfachen Lösungsansätze stark mit dem Glauben an Verschwörungstheorien. Dieser Impuls werde zudem dadurch befeuert, dass viele Anhänger solcher "Wahrheiten" sich von Nachrichtenquellen und Medien abkapseln, die nicht ihrer Meinung entsprechen – was ihr Verhalten selbst verstärkt, so der Psychologe.