Die Deutschen besitzen rund fünf Millionen Haushunde, die jeden Tag geschätzte 2500 Tonnen Kot produzieren. Nur ein Teil davon wird von den Besitzern aufgesammelt und ordnungsgemäß entsorgt, die größere Menge verbleibt dagegen in der Umwelt und kann Böden oder Gewässer mit resistenten Darmbakterien sowie Parasiten kontaminieren: So wurden in den Ausscheidungsprodukten von Canis lupus familiaris schon Escherichia-coli-Stämme gefunden, die nicht mehr auf Antibiotika ansprachen. Um herauszufinden, wie groß dieses Problem tatsächlich ist, haben Biotechnologen um Orin Shanks von der U.S. Environmental Protection Agency, der Umweltbehörde der USA, nun einen Gentest entwickelt. Er soll spezifisch auf elf spezifische Marker reagieren, die in Hundekot typischerweise auftauchen, aber beispielsweise nicht in menschlichen oder anderen tierischen Exkrementen.

Bisherige Tests auf Darmkeime konnten dies nicht leisten, da Mensch und Hund darin teilweise übereinstimmen – der Nachweis auf den Übeltäter konnte also nicht zweifelsfrei erbracht werden. Shanks und Co probierten ihre Methode bereits mit Regenwasser aus, das von einer Hundewiese ablief und verglichen diese Proben mit zuvor gesammelten Hundekot: Zweifelsfrei ließ sich auch im Wasser der Grund der Verschmutzungen auf Hunde zurückführen. Hundekot ist erwiesenermaßen ein Gesundheitsrisiko für Menschen und andere Tiere: Landwirte beklagen beispielsweise immer wieder Verluste von Kälbern, weil die Kühe über verschmutztes Futter den spezifischen Hundeparasiten Neospora caninum aufnehmen, was zu Fehlgeburten führen kann.