Slowenischen Wissenschaftlern ist es gelungen, das Zika-Virus im Gehirn eines Fötus mit Mikrozephalie nachzuweisen. Die Forscher berichten im "New England Journal of Medicine" vom Fall einer Frau, die im Februar 2015 schwanger wurde, während sie in Brasilien lebte. In der 29. Schwangerschaftswoche diagnostizierten Ärzte bei ihrem ungeborenen Kind neben anderen Veränderungen auch eine Mikrozephalie, die typischerweise mit einer Verkleinerung von Kopf und Gehirn einhergeht, woraufhin die Patientin sich für einen Schwangerschaftsabbruch entschied.

Im Rahmen der Autopsie des Fötus konnten die Forscher nicht nur die Diagnose bestätigen – das Gehirn wies unter anderem keine Faltung auf und war fast vollständig glatt –, sondern entdeckten auch große Mengen an Viruspartikeln und RNA in den Zellen des Gehirns. Mit Hilfe von DNA-Sequenzierungsmethoden identifizierten sie schließlich das gesamte Zika-Virus-Genom. Andere Krankheitserreger, die ebenfalls für die Veränderung des Gehirns verantwortlich sein könnten, fanden sie nicht.

Damit mehren sich die Hinweise darauf, dass eine Infektion mit dem Zika-Virus bei schwangeren Frauen tatsächlich ursächlich zu schweren Nervenschäden beim Fötus führen kann. Unklar bleibt immer noch, wie groß die Gefahr ist – also wie häufig das Virus insgesamt von Mutter zu Kind weitergegeben wird und wie oft unter diesen Fällen dann letztlich eine Mikrozephalie auftritt.