Joseph R. DiFranza praktiziert
als Allgemeinmediziner der University
of Massachusetts in Worchester.
Seit Jahrzehnten kämpft er
gegen den Verkauf von Zigaretten
an Jugendliche. Letztlich ist seinen
Forschungen und Anstrengungen
auch zu verdanken, dass die auf
Kinder
gemünzte Camel-Werbung aufhörte.
Joseph R. DiFranza
Abhängig macht manchmal schon eine einzige Zigarette, vor allem Jugendliche.
Von da an wird das Gehirn nie mehr so funktionieren wie
vorher –
auch nicht bei späteren Nichtrauchern.
Wie es sich mit der Suchtentwicklung
beim Rauchen verhält,
lernte ich im Medizinstudium.
Da hieß es: Man
raucht vor allem wegen des Genusses, und mit
der Zeit wird man von diesem Gefühl psychisch
anhängig. Weil sich die unmittelbaren
physiologischen Nikotinwirkungen aber durch
Gewöhnung abschwächen, sich also eine so
genannte Toleranz aufbaut, greift man immer
öfter zur Zigarette. Irgendwann, so erfuhr ich,
sei eine kritische Menge für Sucht erreicht.
Denn weil das Blut erst ab etwa fünf Zigaretten
am Tag stets Nikotin enthält, könne
sich folglich erst jetzt auch eine körperliche Abhängigkeit
entwickeln. Oft würde der Mensch
dann schon seit Jahren rauchen, und gewöhnlich
brauche es bis zur Sucht ein paar tausend
Glimmstängel. In diesem Stadium bekommen
Betroffene...
Sie können den Artikel als
PDF-Datei abrufen (aus lizenzrechtlichen Gründen fehlen evtl. Abbildungen):
Es ist ein Organ wie die Lunge, die Leber oder das Herz - und doch etwas Besonderes: unser Gehirn. Immer tiefer blicken Hirnforscher dank bildgebender Verfahren in die menschliche Denkfabrik hinein und lüften die Geheimnisse um den Sitz unserer Seele.
Intelligenz: Werden wir immer schlauer? • Motivation: Was uns wirklich antreibt • Gedächtnis: Spielarten des Erinnerns • Emotionstheorie: Wie Forscher das Chaos der Gefühle ordnen • ... »