Tief "Jürgen" leitete polare Kaltluft weit nach Deutschland – in Süddeutschland gab es Schnee bis in die Tieflagen. Dabei konnte man noch vor zwei Wochen im T-Shirt auf der Terrasse sitzen. Extrem sind diese Gegensätze im November hierzulande allerdings nicht. Ganz im Gegensatz zum Wetter in anderen Teilen der Erde: Wo scheint (fast) immer die Sonne – und wo nie? Und wer leidet unter dem miesesten Wetter überhaupt? Unsere Erde bietet für jeden etwas.

9. Hagelschlag in den Nandi Hills, Kenia
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 Bild vergrößern9. Hagelschlag in den Nandi Hills, Kenia

Die Kericho-Nandi-Hills am Rand des Großen Grabenbruchs in Kenia haben den Ruf des hagelreichsten Orts der Erde. In der Hitze des Nachmittags steigt hier feuchte Luft vom Viktoriasee über den Bergen auf, so dass sich über dem mehr als 2000 Meter hohen Hochplateau große Gewittertürme ausbilden. Darin herrscht enormer Auftrieb, der die Feuchtigkeit weiter in kühle Atmosphärenschichten reißt, wo sie gefriert, bis sie schließlich als Hagel ausfällt. In der Region hagelt es nahezu täglich. Richtig schmerzhaft bis lebensgefährlich wird es aber vor allem im Norden Indiens und Bangladeschs, wo Meteorologen die meisten Stürme mit Extremhagel beobachten: Die Eisbrocken haben Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern, und in Bangladesch klaubte man am 14. April 1986 sogar Hagelkörner auf, die mehr als ein Kilogramm wogen – 92 Menschen starben in diesem Unwetter.

8. Es regnet nie im McMurdo-Trockental, Antarktis
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 Bild vergrößern8. Es regnet nie im McMurdo-Trockental, Antarktis

Mitten in der Antarktis liegt der trockenste Ort der Welt: das McMurdo-Trockental. Hier hat es seit vielleicht Millionen von Jahren nicht mehr geschneit oder geregnet. Dazu herrschen Temperaturen bis minus 50 Grad Celsius im Winter, im Sommer gibt es nur wenige Tage über dem Gefrierpunkt, und stetig peitschen orkanartige Fallwinde über die Landschaft. Deshalb sind die Täler auch nicht vom Eis überdeckt: Die Gebirge am Rand verhindern, dass Gletscher hierher vordringen, die trockenen Föhnwinde saugen jede Feuchtigkeit auf. Insgesamt erstrecken sich die Trockentäler über eine Fläche von 4900 Quadratkilometern und machen damit zwei Prozent der Gesamtantarktis aus. Immerhin gibt es aber einen Salzsee, der vom Schmelzwasser der benachbarten Gletscher gespeist wird und nie zufriert – weil er so salzig ist.

3. Dauernd alles grau in grau in der Neufundlandsee
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 Bild vergrößern3. Dauernd alles grau in grau in der Neufundlandsee

Wie Sie sehen – sehen Sie fast nichts. Und das ist Normalzustand an den Great Banks vor der Küste Neufundlands im nordwestlichen Atlantik: An mindestens 200 Tagen im Jahr wabert hier Nebel über das Wasser, was den Ort zu einem der düstersten der Erde macht. Schuld daran ist das Aufeinandertreffen des kalten Labradorstroms aus dem Norden und des warmen Golfstroms aus dem Süden. Die feuchtwarme Luft des Golfstroms trifft auf die kalte seines Gegenspielers – und da kühlere Luftmassen weniger Wasserdampf aufnehmen können, kondensiert dieser zu winzigen Tröpfchen: Nebel entsteht.