Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • zu "Beerensaft gegen Karies?"

    29.06.2006, H. Schiller / Hannover
    Wäre nicht dieser Artikel (statt des doch recht affirmativen "Hinten in der Mitte...") viel geeigneter für die Sommerloch-reihe gewesen?

    Wie man auf www.mwdental.de frei erfährt, wurde in der Preiselbeer-Untersuchung Zuckerlösung(!) als Kontrollsubstanz verwendet.

    Einzig gerechtfertigt ist also eine Aussage wie "Preiselbeersaft weniger Kariesfördernd als Zuckerlösung"

    und die hat doch wirklich ein goldenes Sommerloch am Bande verdient, oder?
    Antwort der Redaktion:
    Lieber Herr Schiller,



    wir haben in der Tat lange überlegt, ob wir nicht die Moosbeeren als "Sommerloch heute" bringen - die Entscheidung ist uns wirklich schwer gefallen...



    Mal sehen, wer letztendlich das goldene Sommerloch am Bande bekommt - Kuriositäten gibt es genug.



    Beste Grüße,

    Antje Findeklee, Redaktion spektrumdirekt
  • Ältere Brüder - jüngere Schwestern

    27.06.2006, H. Schiller / Hannover
    1) Ist eigentlich schon mal die Korrelation der (männl.) Homosexualität mit dem Vorhandensein (etwas) jüngerer Schwestern untersucht worden?

    2) Für beide Korrelationen - so sie denn existieren - lassen sich (evolutions-) biologische Hypothesen aufstellen: Vermeidung von "Mord und Totschlag" durch Vermeidung einer Brüder-Rivalität im einen Fall, Inzest-Vermeidung im anderen.
  • Peinlich!

    27.06.2006, S. Ratzel
    Wie peinlich! Und wir gehen nach Afrika, um den weitaus ärmeren Menschen dort zu erzählen, daß sie Elefanten, Gnus, Zebras und Löwen doch auf ihrem Land schützen und neben ihnen leben lassen sollen! Wie sollen die das schaffen, wenn wir reichen Industrieländer es nicht mit EINEM EINZIGEN Bären aufnehmen können!

    "Problembär" - von "Problemverkehr" spricht niemand, obwohl jedes Jahr hunderte von Kindern durch Verkehrsunfälle so schwer verunglücken, daß sie sterben oder nicht mehr so weiterleben können wie vor dem Unfall.

    Es ist eben alles eine Sache der Priorität - schade, daß sie anscheinend SO verteilt ist!
  • Freiheit der Wissenschaft

    27.06.2006, M. Bitter
    Lese ich das richtig?
    Weil die Ergebnisse gewissen Politkern nicht passen, wurde " ... eine Untersuchung gegen Mann und zwei weitere Klimaforscher in die Wege geleitet." ... sowie seine " ... Computerprogramme und andere seiner Unterlagen beschlagnahmt."
    Ist das die vielgerühmte Freiheit der Wissenschaft?
  • Betäubungsschuss

    27.06.2006, A.Schoofs
    Erst setzt man einen Bären (der soweit ich mitbekommen habe, in seiner Kindheit mit Menschen sogar mehr oder weniger "vertraut" war) bewußt aus in der dichtbesiedelten mitteleuropäischen "Wildnis", dann stellt man fest, daß das Tier temperamentvoller ist als gedacht.....Angeblich soll es nicht mal der letzte Versuch einer Bärenwiederansiedlung in hiesigen Gefilden sein....

    Spätestens wenn der erste Wanderer oder Radfahrer oder Skifahrer zerfleischt wird von einem prachtvollen und hungrigem Tier, wird das Geschrei groß sein unter denen, die nur den Umgang mit Teddybären gelernt haben, und man wird das leider angesichts der Bevölkerungsdichte sinnlose Auswilderungs-Projekt wieder EU-weit beenden.

    Nochwas:
    Um wie viel dichter hätte man an Bruno herankommen müssen, um ihn mit einem Betäubungsgewehr zu "erlegen" - relativ zu einem Schrotgewehr ? Ich denke mir, daß das mit der Betäubung doch so schwer nicht sein kann. In Tierfilmen von Grzmek & Co immerhin war es möglich, sogar rasend schnelle Geparden und ELefanten zu überwältigen.
    Warum also ist nicht jeder Jäger im Einzugsgebiet von Bruno mit einem Betäubungsgewehr ausgestattet worden ? Sind diese Gewehre so selten ? Wäre das nicht einfacher und effizienter gewesen, anstatt dem Bären mit Hunden hinterherzulaufen und Riesenkäfige aufzustellen, in der Hoffnung, daß der Bär dumm genug ist, da reinzutapsen ?

  • Jäger und Beute

    27.06.2006, Tasso J. Martens
    Der Bär ist tot. Eine notwendige Maßnahme ja oder nein, sei dahingestellt. Befremdlich, ja traurig macht nur, dass seitens der Jäger wiederum dieses "Jäger-Beute-Verhalten" offensichtlich wird. Der Bär wird ausgestopft und der gaffenden Öffentlichkeit präsentiert. Da ist nichts von Pietät zu spüren, von der angeblichen Ehrfurcht des Jägers vor dem erlegten Tier. Diese Ungeheuerlichkeit kann verbildlicht werden, wenn man sich vorstellt, nach dem (natürlichen) Ableben des Jägers auch ihn ausgestopft, neben seiner Beute, zu präsentieren.

    Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.
  • Abschuß Braunbär Bruno

    27.06.2006, grassl
    Schade daß ein paar
    losgelassene Kopfgeld-
    jäger sich auf diese Weise profilieren wollen.

    Meiner Meinung stinkt
    diese ganze Aktion gewaltig zum Himmel.

    Alle beteiligten Personen müßten zur Verantwortung gezogen werden.
  • Nachtrag

    21.06.2006, Karl Bednarik

    Eine grobe Abschätzung:

    Erdmasse rund 6 mal 10 hoch 24 kg,

    mal 10000 ergibt sich eine erforderliche

    Planetenmasse von rund 6 mal 10 hoch 28 kg,

    in Jupitermassen von rund 2 mal 10 hoch 27 kg,

    sind das rund 30 Jupitermassen.

    Die braunen Zwerge haben etwa 13 bis 75 Jupitermassen,

    es könnte sich also noch knapp für die Gasriesenplaneten ausgehen,

    denn braune Zwerge und Gasriesenplaneten sind relativ häufige Objekte.

  • Viel größer

    21.06.2006, Karl Bednarik

    Hallo an die Redaktion,

    es wurden bereits zahlreiche extrasolare Planeten nachgewiesen, die ein vielfaches der Jupitermasse besitzen, und die wesentlich näher als Jupiter um ihre Sonne kreisen.

    Deshalb sind erdähnliche Monde keineswegs unwahrscheinlich.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Karl Bednarik.

  • Nicht nur einfach so

    18.06.2006, Michael Schmidt
    Meiner Meinung nach ist die Handlungsweise der Minister vollkommen korrekt. Sollte auch nur ein Mensch durch den Bären verletzt werden, so sind die zur Rechenschaft zu ziehen, die sich mit aller Macht gegen die Tötung von Meister Pelz ausgesprochen haben. Die Bären sind in den vergangenen Jahrhunderten nicht einfach aus Spaß erlegt worden. Das verfolgte Ziel war der Schutz der Bevölkerung, und dieses Ziel haben unsere Vorfahren gut erreicht.
    Mein Fazit ist, jeder der für den Schutz der Bären in diesen frei zugänglichen Regionen ist, ist für mich genauso eine Gefahr für die Menschen wie die Tiere möglicherweise selbst.
  • Kaffee - Grün als "Tee" noch gesünder

    15.06.2006, Ute Lehmann, Biologie-Studentin
    Das stimmt mit dem grünen Kaffee, das habe ich in einer Klinik für Naturheilkunde erfahren. Hilft der Leber, dem Darm, dem Kreislauf-warum wirds dann geröstet???

    Und ich habe zwei Bitten:

    Wie ist grüner(ungerösteter Kaffee) im Vergleich der Antioxidanzien und Gesundheit zum üblichen gerösteten?
    (Es schmeckt eher wie Tee)

    Und gibt es bald "grünen Instant-Kaffee " oder wenigsten die grünen Kaffebohnen zu kaufen?

    Vielleicht hat der eine oder andere Leser auch die Freude, seinen Kaffeehersteller danach zu fragen?

    Grüner Tee ist ja ebenfalls gesünder als die braune Variante...und hat sich etabliert
  • Aufforstung CO2-Senke?

    13.06.2006, Horst Wetzel
    Der CO2-Preis liegt zZ sehr wohl bei 15 Euro! Er war aber schon höher.
    Wir reden in Deutschland von Biomasse als CO2-neutral. Das macht deutlich, dass in Biomasse C nur zwischengespeichert ist. Nach einer mehr oder weniger langen Zeit wird dieser Kohlenstoff wieder freigesetzt, auch wenn wir die Biomasse nicht als erneuerbare Energie nutzen!
    Nur ein kleiner Bruchteil hat und hatte in der Vergangenheit die Chance zu Kohle zu werden.

    Aus diesem Zusammenhang heraus hat man sich nicht zu einer Übereinkunft bringen lassen, Wald generell als CO2-Senke anzusehen.
  • Schande für Bayern

    22.05.2006, David Gerke
    Die Entscheidung von Bayerns Umweltminister Schnappauf ist von Grund auf falsch. Der Bär war in Österreich ja auch schon auffällig, aber nie aggressiv.

    Das ist das Problem an Schnappauf: Er ist Jurist und kein Biologe. Ihm ist nicht bekannt, was die Verhaltensweisen des Bärs bedeuten.
    Ein Bär, der auf Nahrung spezialisiert ist, welche von Menschen stammt, ist nicht automatisch ein aggressiver Bär.

    Für den Bär ist irrelevant, ob er nun ein Schaf oder eine Gämse reißt, für ihn sind beides Wildtiere, da sie draußen rumstehen.

    Der Mensch hingegen hat das Gefühl, dass wenn Schafe gerissen werden, auch die Gefahr für uns Menschen steigt, da die Schafe uns gehören. Dies ist jedoch Schwachsinn.

    Man muss den Vergrämungsaktionen einfach mehr Zeit geben, damit sie angewendet werden können. Der Bär ist ja erst seit zwei Tagen in Bayern. Und in dieser Zeit ist nichts passiert, was sich von den Dingen in Österreich unterschieden hat. Somit ist der Bär auch nicht gefährlicher geworden als vorher.
  • Nicht gefeit vor populistischem Unsinn

    16.05.2006, H. Sextl
    Der GAU für die Kernkraftgegner war Harrisburg 1979. Dort kam es ebenfalls zur Kernschmelze - in der Agitpropsprache also ein "Supergau" - das Kontainment und sogar der Reaktordruckbehälter aber erfüllten ihre Aufgabe. Es kam zu keiner großflächigen dauerhaften radioaktiven Verseuchung der Umgebung des Reaktors. Und es kam deshalb auch zu keiner nachhaltigen propagandistischen Auswertung dieses GAU durch die Kernkraftgegner!
    Übrigens: Wenn das "Lexikon der Physik" den Begriff Supergau verwendet, zeigt das lediglich, dass die verantwortlichen Redakteure auch nicht davor gefeit sind, populistischem Unsinn zu erliegen!
  • Neuer Sinus! Zurück oder vorwärts?

    15.05.2006, Lothar Franke
    Sehr geehrter Herr Olaf Fritsche,

    da muss mein Mathelehrer umlernen, bei ihm verlief der Sinus (beim Umlauf des Radiusvektors im Einheitskreis) von Null auf Eins (90 °), dann von Eins auf Null (180 °), dann von Null auf minus Eins (270 °) und von dort wieder auf Null.

    Irgendwie werde ich in Ihrem Text an die Tangensfunktion erinnert.... . 'Macht' das Licht nun sin oder tg?

    Zwischendurch widerlegen Sie den ehrenwerten Albert E. Wird Licht wirklich in Körpern mit negativem Brechungskoeffizient "schneller" als beispielweise im Vakuum? Oder schäkern Sie da wieder mit der Phasengeschwindigkeit?

    Am Ende (Ihres Textes) schreiben Sie: "... denn wie kommt am Ende etwas heraus, wenn drin ALLES (Großschreibung von mir) rückwärts läuft?" Meine Frage: Was ist für Sie ALLES? Ich hatte gerade zu lernen geglaubt, dass 'drin' nur die Verschiebung des Maximums rückwärts läuft. Wenn das zutrifft, warum soll dann am Ende nicht 'verflachtes', nicht mehr maximales Wellengemisch austreten?

    Oder denke ich da falsch?

    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Franke,



    vielen Dank für Ihre E-Mail mit den Anmerkungen zum Artikel über Licht in Materialien mit negativem Brechungsindex. Diese seltsamen Stoffe sorgen auch unter Wissenschaftlern immer wieder für Verwirrungen - darum ist es gut, wenn Leser wie Sie die Beiträge kritisch betrachten und uns Autoren auf (hoffentlich nur) gelegentliche Unklarheiten oder gar Fehler hinweisen. Dadurch bleibt die Qualität der Beiträge von spektrumdirekt letztlich gewahrt.



    Zu Ihren Punkten:



    "da muss mein Mathelehrer umlernen, bei ihm verlief der Sinus (beim Umlauf des Radiusvektors im Einheitskreis) von Null auf Eins (90 °), dann von Eins auf Null (180 °), dann von Null auf minus Eins (270 °) und von dort wieder auf Null. Irgendwie werde ich in Ihrem Text an die Tangensfunktion erinnert..... 'Macht' das Licht nun sin oder tg?"



    Sowohl Ihr Mathelehrer als auch ich dürfen hier entspannt bleiben. Die elektrische (und senkrecht dazu die magnetische) Komponente einer Lichtwelle schwingt sinusförmig. Schreiben wir diese Funktion als y=sin(x), so hat Ihr Mathelehrer den Bereich für y mit +1 bis -1 völlig korrekt angegeben. In dem Beitrag beziehe ich mich jedoch auf den Bereich für x (kann als Zeit oder Ausbreitung im Raum interpretiert werden), und der erstreckt sich mathematisch von minus unendlich bis plus unendlich. In Ihrem Bild mit dem Einheitskreis entspricht dies mehreren Umläufen, bzw. mehreren Umläufen gegen die übliche Richtung.



    "Zwischendurch widerlegen Sie den ehrenwerten Albert E. Wird Licht wirklich in Körpern mit negativem Brechungskoeffizient "schneller" als
    beispielweise im Vakuum? Oder schäkern Sie da wieder mit der Phasengeschwindigkeit?"



    Leider muss ich gestehen, dass mir an dieser Stelle tatsächlich ein Fehler unterlaufen ist. Licht wird in negativ brechenden Materialien nicht schneller, sondern langsamer. Es wird an der Übergangsstelle von einem Stoff in einen anderen jedoch in die "falsche" Richtung abgelenkt. Einstein bleibt folglich unangetastet.
    Haben Sie vielen Dank für diesen Hinweis! Ich habe den entsprechenden Absatz im Artikel inzwischen verbessert, sodass der Beitrag im Archiv nun korrekt ist.




    "Am Ende (Ihres Textes) schreiben Sie: '... denn wie kommt am Ende etwas heraus, wenn drin ALLES (Großschreibung von mir) rückwärts läuft?' Meine Frage: Was ist für Sie ALLES? Ich hatte gerade zu lernen geglaubt, dass 'drin' nur die Verschiebung des Maximums rückwärts läuft. Wenn das zutrifft, warum soll dann am Ende nicht 'verflachtes', nicht mehr maximales Wellengemisch austreten?"



    An dieser von Ihnen angesprochenen Stelle wird das Verhalten von Licht in negativ brechenden Materialien wirklich unanschaulich. So wie Sie es beschreiben, verhalten sich manche positiv brechenden Stoffe: Die Phasengeschwindigkeit ist größer Null und die Gruppengeschwindigkeit kleiner Null.

    v(Phase)>0

    v(Gruppe)<0

    In den Versuchen der Wissenschaftler um Gunnar Dolling traten aber auch Phasengeschwindigkeiten unter Null auf.
    "These experiments are the negativ-index counterpart of the above experiments for positiv-index materials, where v(phase)>0 and v(group)<0. We found conditions where v(phase)<0 and v(group)<0, and others where v(phase)<0 and v(group)>0. Together with the usual situation of v(phase)>0 and v(group)>0, all four sign combinations have now been observed in direct experiments." (nature 312, p. 892) Mit "alles" meinte ich also, dass sowohl die Gruppengeschwindigkeit negativ sein kann (was wir uns noch irgendwie vorstellen können), als auch die Phasengeschwindigkeit (das ist schon reichlich wenig intuitiv) und sogar beide zugleich (womit wir jenseits aller klassischen Vergleiche wären).

    Die Wissenschaftler beschränken sich in ihrer Arbeit auf die formale Behandlung der Ergebnisse. Ein passendes Bild mit Kindern oder zumindest eine geometrische Umschreibung, die uns die Abläufe leichter verständlich machen könnte, hat anscheinend noch niemand gefunden.

    Darum bin ich am Ende des Artikels so vage geblieben.



    Nochmals vielen Dank für Ihre Hinweise und Fragen! Ich hoffe, Sie begleiten spektrumdirekt auch weiterhin mit kritischem Auge und wachem Verstand. Zum Glück konfrontiert uns die Forschung ja nicht immer mit Resultaten, deren Interpretation sich in komplizierten Formeln versteckt.



    Mit freundlichen Grüßen



    Olaf Fritsche
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