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Lexikon der Biologie

Kern-Plasma-Relation

Kern-Plasma-Relation w, das normalerweise konstante Volumenverhältnis von Zellkern und Cytoplasma (Zelle). So führt Polyploidie gewöhnlich zu einer Zellvergrößerung. Bei tierischen Organismen ist die Kern-Plasma-Relation ein wichtiger Regulator des Zellzyklus und gewährleistet die ausreichende Versorgung des Plasmas mit messenger-RNA. Die Zelle wächst so lange, bis die Kern-Plasma-Relation erreicht ist, und stellt dann entweder ihr Wachstum ein und differenziert sich oder sie teilt sich. Bei pflanzlichen Organismen gibt es dagegen keine festgelegte Kern-Plasma-Relation. Der Übergang von Zellwachstum zu Zellteilung (Cytokinese) kann durch äußere Signale (Licht, Hormone) verschoben werden. Daher rühren die viel ausgeprägteren Unterschiede und Streuungen in der Größe von Pflanzenzellen. Diese werden noch weiter dadurch gesteigert, daß pflanzliche Zellen durch Aufnahme von Wasser in Vakuole und Cytoplasma ihr Volumen noch weiter steigern können. Andererseits kommt es bei den meisten daraufhin untersuchten Pflanzen im Laufe der Entwicklung durch Endoreplikation in bestimmten Zellen zu einer teilweisen Polyploidie, die aber nicht immer von einer entsprechenden Zellvergrößerung begleitet wird.

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