Singer, Wolf, deutscher Neurowissenschaftler ( siehe Abb. ), *9.3.1943 München; ab 1962 Medizinstudium in München und Paris; 1971 Ausbildung in Psychophysics and Animal Behaviour an der University of Sussex; ab 1972 an der Abteilung für Neurophysiologie des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München; 1980 Professor für Physiologie an der Technischen Universität München; seit 1982 Leiter des Max-Planck-Instituts für Hirnforschung in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der experimentellen und theoretischen Arbeit: Fragen der Hirnentwicklung, neuronale Plastizität und Lernen, die neuronalen Grundlagen des Sehens, Simulation dynamischer Wechselwirkungen in künstlichen neuronalen Netzen. Singer geht von der Arbeitshypothese aus, daß die zeitweiligen und dauerhaften Verbindungen zwischen den zahllosen Nervenzellen im neuronalen Netzwerk des Gehirns primär durch Synchronisation ihrer Entladungsfrequenz zustandekommt. Diese dynamische Ensemblebildung weit verstreuter corticaler Neurone soll danach die Voraussetzung für die mentale Repräsentation, kognitive Prozesse (Kognition) und die Bildung motorischer Innervationsprogramme sein. Werke (Auswahl): "Principles of Cortical Network Organization" (mit von der Malsburg, 1988), "Neuronal Synchronization. A Solution for the Binding Problem?" (1996), "Der Beobachter im Gehirn" (1997).



W. Singer