Verschiedene Bakterien auf der Haut von Amphibien bekämpfen den Pilz Batrachochytrium dendrobatidis, der eine zentrale Rolle im weltweiten Rückgang dieser Tierklasse spielt. Forscher suchen nun nach Möglichkeiten, sich diese Abwehr gezielt im Kampf gegen das Amphibiensterben zu Nutze zu machen.

Reid Harris von der James Madison University in Harrisburg und seine Kollegen berichten, dass sie bei Versuchen im Labor Vertreter von Rana muscosa vor Gewichtsverlust und sogar dem Tod retten konnten, wenn sie die Tiere vor der Infektion mit B. dendrobatidis mit dem Bakterium Janthinobacterium lividum behandelten. Ebenfalls Erfolg hatten die Forscher mit Pedobacter cryoconitis.

Diese Mikroorganismen leben auch natürlicherweise auf der Haut von Amphibien und produzieren offenbar Substanzen, welche den Pilz abtöten, wie frühere Untersuchungen zeigten. In Freiland-Populationen, die eine Pilzinfektion überlebt hatten, stellten die Wissenschaftler zudem eine höhere Verbreitung dieser Bakterien fest.

Wie allerdings das bakterielle Fungizid nun bei bedrohten Beständen eingesetzt werden könnte, ist noch offen. Man habe dermaßen viele schlechte Erfahrungen mit gezielt ausgebrachten Arten gemacht, dass man sehr vorsichtig sein müsse, erklärt Don Church von Conservation International und Leiter der Amphibian Assessment Group. Bei Spezies wie Rana muscosa, die die meiste Zeit in ihren Teichen verbringen, könne man die Bakterien vielleicht in den Boden oder das Wasser geben und damit vielleicht sogar einer Infektion zuvor kommen. Angesichts des starken Rückgangs – ein Drittel aller Amphibienarten ist bedroht – sind jedenfalls dringend Lösungsansätze gefragt. (af)