Kann ein simpler Urintest Aufschluss darüber geben, ob jemand in absehbarer Zeit an Alzheimerdemenz erkranken wird? Zumindest bei Mäusen ist das im Prinzip möglich, wie Forscher um Daniel Wesson von der Case Western Reserve University in Cleveland nun im Journal "Scientific Reports" berichten. Das Team analysierte Urinproben von Nagern, die zum Teil eine spezielle menschliche Genvariante besaßen, die dafür sorgte, dass sich in ihrem Gehirn vermehrt die alzheimertypischen Amyloid-beta-Plaques ablagerten.

Dabei entdeckten die Forscher anhand von chemischen Analysen, dass die Proben der Alzheimermäuse im Vergleich zu denen genetisch nicht vorbelasteter Tiere über eine spezielle Geruchssignatur verfügten. Es befanden sich zwar keine anderen Stoffe in ihrem Urin, die vorhandenen Chemikalien wiesen aber abweichende Konzentrationen auf. Dieses Muster zeigte sich bereits, bevor sich die Alzheimerdemenz durch Amyloid-Ablagerungen im Hirn und Gedächtnisschwierigkeiten bei den Mäusen bemerkbar machte. Die Wissenschaftler halten es daher für wahrscheinlich, dass die veränderte Geruchssignatur ebenfalls an genetische Ursachen gekoppelt ist – möglicherweise an eben jene Alzheimer-Risikovariante, die den Tieren eingepflanzt wurde.

Wesson und sein Team zeigen mit ihrem Versuch, dass ein Alzheimer-Biomarker im Urin durchaus denkbar ist. Ob das auch beim Menschen der Fall ist und eines Tages vielleicht die Früherkennung erleichtern könnte, steht aber noch in den Sternen.