Am 14. Januar erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Westafrika vorläufig für ebolafrei, weil seit Wochen kein neuer Fall mehr in den hauptsächlich betroffenen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea aufgetreten war. Zugleich warnten die Experten, dass es weiterhin zu Rückschlägen kommen könne, weil das Virus in Überlebenden überdauern und infektiös bleiben kann. Nur wenige Stunden später bestätigte sich diese Warnung: In Sierra Leone nahe der Grenze zu Guinea starb eine 22 Jahre alte Frau Anfang der Woche an Ebola, wie wenige Tage später ein Test belegte. Das Land galt seit dem 7. November als ebolafrei. Das Virus wurde erst einige Tage nach ihrem Ableben im Labor nachgewiesen. Behörden und Mediziner befürchten nun, dass einige Menschen mit ihr in näherem Kontakt standen und sich möglicherweise infiziert haben.

Ebolaviren sind noch nach Monaten im Körpergewebe von ehemaligen Patienten nachweisbar, etwa im Auge, der Prostata, dem zentralen Nervensystem und der Plazenta. Sie können dann möglicherweise auch beim Geschlechtsverkehr übertragen werden, wie es wahrscheinlich im Dezember in Liberia der Fall war. Dieser Staat galt bereits im Mai 2015 als ebolafrei, doch brach die Krankheit anschließend noch zweimal aus. Erneut erweist sich die Überwachung von Ebola damit als sehr schwierig ist.