Im Jahr 1823 entdeckte der französische Naturforscher René Lesson auf der dicht bewachsenen Tropeninsel Neuirland einen großen Waran. Er beschrieb die Art, verpasste ihr den lateinischen Namen Varanus douarrha, angelehnt an die Bezeichnung der Echsen in der einheimischen Siar-Lak-Sprache. Doch leider sank 1824 das Schiff, auf dem Lesson das Belegexemplar nach Hause ins Museum schicken wollte vor dem Kap der Guten Hoffnung. Danach hat kein Wissenschaftler mehr etwas Neues von dem Reptil vernommen – bis Valter Weijola von der Universität Turku und seine Kollegen eine Expedition zum Eiland vor der Küste Papua-Neuguineas durchführten. Tatsächlich fanden sie das Tier in den verbliebenen Regenwäldern und beschrieben die Art neu im "Australian Journal of Zoology".

Der Neuirland-Bindenwaran wird bis zu 1,3 Meter lang und ist der letzte verbliebene Vertreter der Megafauna, die einst auf der Insel heimisch war. Alle anderen größeren Arten starben vor einigen tausend Jahren aus, als Menschen sich hier ansiedelten. Knochenfunde belegen, dass es zuvor mindestens eine Riesenrattenart und mehrere unterschiedliche, große, flugunfähige Vogelspezies hier gegeben haben muss. Sie fielen wahrscheinlich der Jagd zum Opfer, wie dies häufig nach Ankunft von Siedlern auf Inseln beobachtet werden konnte. Berichte über Warane auf der Insel, die nach 1824 bekannt wurden, wurden zudem meist dem häufigen und weit verbreiteten Pazifikwaran (Varanus indicus) zugeschrieben. Morphologische und genetische Untersuchungen zeigen jedoch, dass sich der Neuirland-Bindenwaran seit Langem isoliert fortentwickelt und zu einer eigenen Spezies entwickelt hat.