Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Von "Rassen" und "Geschlechtern"

    27.10.2009, U. Elsaesser
    Seit "Lewontin, R The Apportionment of Human Diversity, Evolutionary Biology, vol. 6 (1972) pp. 391-398" wissen wir als statistisches Dogma, dass es Rassen nicht gibt: Die größte Variation (80 - 85%) innerhalb der Menschheit liegt innerhalb von geschlossenen lokalen geographischen Gruppen, und Unterschiede, die man "Rassen" zuschreiben kann, haben nur eine Variabiltät von 1 - 15%.

    Außerdem vermutete man lange, dass es zwei Arten von Menschen (so genannte Geschlechter) gibt, die sich jedoch nur durch ein sogenanntes Y-Chromosom unterscheiden. Dieses Y-Chromosom (mit seinen 58 Millionen Basenpaaren) trägt aber nur zu 0,38% der gesamten DNA einer menschlichen Zelle bei (siehe wikipedia). Offensichtlich macht es keinen Sinn, von zwei verschiedenen Geschlechtern innerhalb der Menschheit zu reden, wenn es nur um ein drittel Promille und nicht wie bei den (nicht existenten) Rassen um 15 Prozent geht.

    Mir ist klar, dass der kleine Unterschied zwischen den Beinen wesentlich länger zurückliegt als der in der Hautfarbe oder den Augenlidern, aber ich glaube dennoch, die biologischen Dogmatiker müssen nochmals in sich gehen.
    Antwort der Redaktion:
    Sehr geehrter Herr Elsaesser,

    das Merkwürdige ist doch, dass die beiden Geschlechter zusammenwirken müssen, damit Fortpflanzung erfolgt – ein grundlegendes Faktum für die Evolution.

    Viele Grüße
    Dr. Adelheid Stahnke

  • Weiteres Vorkommen der größten Radnetzspinne

    26.10.2009, Suzanne van de Graaff
    Ich denke, dass ich Ihnen einen weiteren Ort nennen kann, an dem die Spinne vorkommt: die Insel Rodrigues im Indopazifik. Ich bekam dort persönlich einige Exemplare zu sehen. Die Netze hängen so zum Wind, dass sich alles unweigerlich darin verfängt. Äußerst geschickt!
  • Marokko stabil?

    25.10.2009, Paul R. Woods, Neumagen-Dhron
    Abgesehen davon, dass Marokko so seine Probleme mit Demokratie und Menschenrechten einerseits und mit Gruppen, die einer extremen Auslegung des Islam anhängen, anderseits hat, ist auch sein Anspruch auf die Phosphatvorkommen illegal. Die Lagerstätten liegen in der West-Sahara, einem Gebiet, das Marokko nach Ansicht der UN widerrechtlich besetzt hält und in dem es eine Mischung aus ethnischer Säuberung und militärischer Unterdrückung unterhält.
    Eine solche Nation als stabil zu bezeichnen halte ich für übertrieben. Wir sollten uns eine Menge Gedanken zur Minderung des Phosphateinsatzes machen, damit wir nicht auf Länder wie Marokko angewiesen sind.
  • Vermenschlichung der Wissenschaft

    24.10.2009, Rolf Schauder, Frankfurt
    Die Menschen scheinen immer noch zu glauben, sie seien der Mittelpunkt der Welt.

    "Schlüsselmikrobe beherrscht marine Todeszone" - so der Titel. Beschrieben wird ein Forschungsergebnis, demzufolge ein offenbar sulfidoxidierendes, nitratreduzierendes autotrophes Bakterium der vorherrschende Mikroorganismus in einem sauerstofffreien marinen Lebensraum sei. Schön, das finde ich ja interessant - wenn es denn auch so beschrieben wäre. Nein: Der Fokus liegt in dem Bericht auf den "Todeszonen". Bereiche, die offenbar kein Leben enthalten, da dort der Sauerstoff fehlt. Richtig ist, dass ich als Mensch dort nicht überleben könnte. Was aber ist das Besondere für die vielen Bakterien, die gerade dort ihr Auskommen finden? So wie bei der Herstellung von Joghurt, Käse, Wein? Oder bei Biogas? Ist die Abwesenheit von Sauerstoff grundsätzlich tödlich? Nein. Es schwimmen in solchen Bereichen nur keine Fische rum, oder andere so genannte "höhere" Lebewesen. Aber das bedeutet nicht, dass diese Biotope tot seien. Ganz im Gegenteil.

    In die gleiche Richtung zielt die Bemerkung, die Bakterien würden "schädliches Sulfid" entfernen, aber im Gegenzug "schädliches Lachgas" bilden - nun: für den Menschen schädlich. Viele Bakterien freuen sich über diese Substanzen.

    Bakterien sind faszinierende Organismen. Sie können in ihrer Gesamtheit so viel mehr als die "höheren" Lebewesen. Sie würden es wahrscheinlich (wiederum als Gesamtheit) nicht merken, wenn alle Eukaryonten von der Erde verschwänden. Wir aber (ebenfalls Eukaryonten) können ohne Bakterien nicht überleben.

    Ich würde mich freuen, weitere Bakterien mit spannenden Stoffwechseleigenschaften kennenzulernen, als neue Facetten in der immensen Vielfalt der biologischen und chemischen Umwelt.
  • Unter Niveau

    24.10.2009, G. Fuchs
    Der Artikel entspricht nicht dem, was ich mir von
    Spektrum erwarte. Der Text ist von verschiedenen Quellen
    ohne viel Sinn und Verstand abgeschrieben, was daran zu
    erkennen ist, dass für ein und dieselbe physikalische
    Größe - nämlich die Leistung verschiedene Enheiten
    benutzt werden, nämlich Terawatt Stunden/Jahr und
    PetaJoule/Jahr.
    Bei der Angabe von 15,1% des Anteils der erneuerbaren
    Energien ist dem Autor anscheinend der Unterschied
    zwischen installierter Leistung, mittlerer Leistung
    und auch die Tatsache, dass wir Energie für Heizung,
    Verkehr und elektrische Geräte verbrauchen nicht ganz
    in seiner Bedeutung klar. Es gibt einen Unterschied
    zwischen verbrauchter Energie und Nutzenergie (Wirkungsgrad).
    Man darf eben nicht einfach die Daten, die Herr Gabriel, der
    gewesene Umweltminister wegen seiner speziellen Vorlieben
    benutzt, einfach abschreiben.
    Eine sichere Versorgung mit elektrischer Energie setzt voraus,
    dass die abgefragte Leistung zu jeder Zeit zur Verfügung steht.
    Das ist ohne Speicherung (über Wochen oder Monate) mit erneuerbaren
    Energien nicht möglich und technische Energiespeicher gibt es zur
    Zeit nicht und sind auch nicht kurzzeitig zu realisieren.
    Wenn der Autor das Wüstenprojekt nicht mag, hätte er sich besser
    über die technischen Schwierigkeiten und Kosten (unter Wasser Kabel)
    informieren sollen.
    Eines hat mir aber gefallen: In letzten Abschnitt wird auf die Arbeiten
    von Bruno Latour aufmerksam gemacht.
    Ich habe das Abhänger der Hitler Bilder und die Auslagerung der Lenin,
    Kalinin und Genossen Statuen in den Pushkin Park gesehen. Mich würde es
    freuen, wenn auch die Verschandelung der Landschaft durch Windmühlen
    obsolet würde, ohne dafür auf Kohlekraftwerke zurückzufallen und
    kurzzeitig unsere Energieresoucen zu verbrauchen.
    Ich empfehle, die Gedanken von Latour auch auf die eigene Phantasie anzuwenden.
  • Zunehmend Vermutungen (zur Stellungnahme von Prof. Rebhan)

    24.10.2009, Wolfgang Pfannkuchen, 71254 Ditzingen
    Herr Rebhan weist in seiner Einleitung auf eine um sich greifende Unsitte hin, nämlich die, dass zunehmend Veröffentlichungen publiziert werden, die sich in Vermutungen und nicht beweisbaren Spekulationen ergehen. Frei nach dem Motto: Solange das Gegenteil nicht bewiesen werden kann ist jede Hypthese erst einmal gültig. Da es an überprüfbaren Fakten fehlt, ja nicht einmal Vorschläge zur Überprüfung gemacht werden, ist solchen Veröffentlichungen jeder wissenschaftliche Wert abzusprechen.

    Der Grund für dieses Verhalten liegt im Zwang zur Veröffentlichung und im Druck durch den in die Wissenschaft eingeführten Wettbewerb. Das Ergebnis sind entweder pseudowissenschaftliche Spekulationen oder, wie in der Medizin, immer wieder aufgedeckte Manipulationen.

    Wissenschaftler, die sich mit Einsteins Theorien beschäftigen und sogar Zweifel anmelden, rate ich, sich an ihm zu orientieren. Einstein hat zu seinen Vorhersagen in der Regel Experimente beschrieben, mit denen seine Theorien überprüft werden können. Auch wenn die Technik noch nicht so weit ist, ist es doch wichtig neue Hypothesen so weit zu denken.

    Von der Spektrum-Redaktion wünsche ich mir, Veröffentlichungen in dieser Hinsicht auf ihre Seriosität zu prüfen und nicht jede Spekulation zu veröffentlichen.
  • Wäre das schön

    21.10.2009, Paul R. Woods, Neumagen-Dhron
    Was mir schon alles aus dem Gepäck gezogen wurde - u.a. Erdnussbutter, Rasierschaum, Aftershave. Das würde dann endlich aufhören.
  • Ablenkung?

    20.10.2009, Dr. Dieter Meinert
    Kann es sein, dass jemand auf Grund der geringen vorhandenen Impfdosen die Bevölkerung zum Impfverzicht animieren will?

    Dann könnte man auf eine Rationierung verzichten, da für die impfwillige Restbevölkerung die 50,2 Millionen Dosen für die Grundimmunisierung ausreichen würden.

    OK, das klingt gewaltig nach Verschwörungstheorie, aber genau diesen Eindruck erweckt die Tagespresse zur Zeit.
    Vielleicht sollte diese Presse gelegentlich etwas genauer hinsehen, bevor sie anfängt zu schreien.
  • Kosmisches Zusammenspiel

    20.10.2009, Dr. Dieter Meinert
    Wenn man die beiden in diesem Artikel erwähnten Hypothesen zusammen mit der Chicxulub-Hypothese betrachtet, könnte dieses Zusammenspiel
    Meteoriteneinschlag I -> Verdunkelung
    Meteoriteneinschlag II -> erneute Verdunkelung
    Erhöhter Vulkanismus
    Erhöhtes Kohlendioxid
    Erhöhtes Algenwachstum durch höheres Nährstoffangebot
    Umweltvergiftung durch Cyanoalgen
    zum langsameren, aber sicheren Aussterben der Großsaurier geführt haben.

    Vielleicht waren der Chicxulub- und der Shiva-Meteorit aneinander gebundene Protoplaneten, welche, wie Erde und Mond, einen gemeinsamen, leicht verschobenen Orbit um die Sonne beschrieben.
    Dann wären sie innerhalb weniger Jahre hintereinander auf die Erde gestürzt, dies hätte garantiert stärkere Auswirkungen auf das Leben als ein Einzelereignis.

  • 200 000 Dosen Celvapan für ca. 650 000 Schwangere?

    20.10.2009, Max Maier, Erding
    Etwas merkwürdig finde ich es schon, wenn nur 200 000 Dosen von dem adjuvansfreien Serum bestellt wurden. Die Geburtenrate in Deutschland beträgt ca 650 000 pro Jahr. Für alle schwangeren Frauen und alle anderen, die sich vielleicht mit dem adjuvansfreien Serum impfen lassen wollen, reicht diese Menge wohl kaum. Dass sich deshalb jemand fragt, für wen die 200 000 Dosen wirklich bestellt wurden, ist nachvollziehbar.
  • Genau!

    16.10.2009, M. Uhlmann, Chemnitz
    ...und weil die Higgs-Teilchen ja der Materie erst ihre Masse verleihen, werden sie es in dem Fall besonders gut meinen und mit der Masse nicht geizen - nämlich solange nicht, bis genügend Masse zusammengekommen ist. Bis dann endlich ... na was wohl entsteht?

    Richtig! Das schwarze Loch, in das dann alles unwiederbringlich hineinfällt, auch die Higgs-Teilchen und niemand wird je von ihnen erfahren...
  • Hashwerte sind nicht ein-eindeutig

    16.10.2009, Martin Bitter, Mehrhoog
    Das in dem Artikel erwähnte Verfahren, Hashwerte zu verwenden, verringert den Aufwand Dat(ei)en zu vergleichen enorm, ist aber nicht ein-eindeutig. Zwar stimmen Daten, die unterschiedliche Hashwerte erzeugen, mit Sicherheit nicht überein, umgekehrt ist dem aber nicht so. Daten, die gleiche Hashwerte erzeugen, können durchaus unterschiedlich sein (Kollision). Dies liegt letztendlich daran, dass es unmöglich ist die Informationsmenge von z. B. 5kb auf nur 160 bit (SHA-1) oder gar 128 bit (MD5) abzubilden.
    Bei gleichem Hashwert müssen also, um völlig sicher zu gehen, die Originaldaten verglichen werden, d.h. sie müssen zu diesem Zeitpunkt noch zu Verfügung stehen.
    Um den Sachverhalt zu verdeutlichen, verwenden wir exemplarisch Quersummen um Hashwerte zu erezugen.
    Quersumme von 1234 = 1+2+3+4 = 10; Quersumme von 1235 = 1+2+3+5 = 11 → unterschiedliche Daten (Zahlen) führen zu unterschiedlichen Quersummen.
    Quersumme von 1234 = 1+2+3+4 = 10; Quersumme von 4321 = 4+3+2+1 = 10 → unterschiedliche Daten (Zahlen) führen zu gleichen Quersummen.
    Festzuhalten bleibt: Am Schluss einer verantwortungsvollen Suche steht der Vergleich der Originaldaten! Dies bedingt einen erhöhten Aufwand. Ob die Betreiber von Datenfusion diesen Aufwand treiben wollen oder können?
  • Klobürsten der Wissenschaft

    16.10.2009, Egbert Scheunemann, 22769 Hamburg
    Dieses filigrane, transparente, ins dunkle Nichts des Ozeans gehauchte wunderschöne Ringelwürmchen als "Klobürste" zu titulieren, ist doch wohl Ihre textredaktionelle Fehlleistung des Jahres! Säcke voller Asche auf Ihr Haupt! Fast wäre ich geneigt, Ihnen eine (natürlich fabrikneue) Klobürste zuzuschicken, damit Sie sich diese als Mahnmal ins Redaktionsregal stellen können. Gleich neben dem Wasserkocher und dem Gruppenbild vom letzten Betriebsausflug.
  • Endlich eine Theorie zu Murphy's Law.....

    15.10.2009, Peter Kempf
    Ich empfehle den Autoren, ihren Formalismus auf die bisher nur empirisch abgestützten murphyschen Gesetze anzuwenden. Weiterhin liefert die Theorie einen wissenschaftlichen Unterbau für den Fatalismus.

    ;-)

    Peter Kempf
  • Beachtenswert - keine Scherzabsicht erkennbar

    15.10.2009, Rudolf Uebbing, Dortmund
    Beachtenswert ist der Artikel zum Thema "Higgs-Teilchen aus der Zukunft...." schon, da die ursprünglichen
    Wissenschaftsautoren mehrere mathematisch tiefbegründete Facharbeiten dazu bereits veröffentlicht haben, so dass keinesfalls an eine Scherzabsicht dieser Wissenschaftler geglaubt werden kann.

    Rudolf Uebbing
Anzeige