Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Ziffernsturz

    05.01.2009, Gregor Langer, Linz
    Die richtige Quellenangabe müsste lauten:
    Nature, Bd. 454, S. 319

    Einen Band 545 gibt es noch gar nicht!
    Antwort der Redaktion:
    Der Leser hat leider recht. Wir bedauern die Ziffernvertauschung.
  • Danke!

    04.01.2009, Heike
    Danke für die Ironie, Herr Professor! Wie heißt es so schön: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
  • Jungensterblichkeit

    04.01.2009, Reibhard Frese, Berlin
    Ich befürchte, dass bald - womöglich auch in seriösen Medien - die Aussagen von Prof. Nogge zur Jungensterblichkeit ernstgemeint zitiert werden.

    Dipl.-Biol. Reinhard Frese
    Zoodirektor i.R.
  • Genmanipulationen

    04.01.2009, Dr. Irmgard Oberhoff-Looden, 37581 Bad Gandersh
    Der o. g. Artikel bietet teilweise ein Horrorszenario!
    Ich finde es wahnsinnig spannend herauszufinden, wie die Natur funktioniert und halte es durchaus für legitim, dies bis hinein in die Arbeitsweise der Gene zu erforschen, aber die Manipulationen, die hier beschrieben werden, halte ich für äußerst riskant und unverantwortlich. Ich zitiere die Nobelpreisträgerin Christiane Nüßlein-Vollhart in der neuesten Ausgabe der Zeit (31.12.08): "Das wird keinen Erfolg haben. Die Natur ist wahnsinnig gut. So raffiniert, dass wir sie bis heute nicht vollständig verstanden haben." An etwas so Kompliziertem und noch nicht komplett Verstandenen herumzubasteln, kann gefährliche Ergebnisse bringen, die möglicherweise das über Hunderte von Millionen Jahren auskalibrierte Gleichgewicht der Natur auf unserem Planeten zerstören.
  • Statistik

    31.12.2008, Hannes Arenz, 50677 Köln
    Zum Leserbrief von Prof. Nogge kann ich nur sagen:

    besser kann man die Aussagekraft von Statistiken nicht kommentieren. (eine klassische Satire)

    Hannes Arenz

  • Ha ha ha!!!!!!

    31.12.2008, Schmitt, München
    Da muss ich morgen gleich meinen Chef anrufen und kündigen, weil die Maschinen zu laut sind und es viel zu gefährlich auf der Arbeit ist. Gleich danach geb ich mein Auto weg. Nicht auszudenken, was im Straßenverkehr alles passieren kann. Silvester feiern fällt dann heute wohl auch aus, weil meine Kumpels und ich ne Metal-Fete aufziehen wollten. Judo muss ich auch aufhõren wegen Gefährdung der Halswirbel beim Hnfallen. Am besten leg ich mich den Rest meines Lebens ins Bett, dann passiert auch nix mehr. Aber wahrscheinlich bilden sich dann Blutpfropfen in den Adern. Also auch nix. Was für eine Zwickmühle.
  • Schwierigkeiten bei "Mechanik der Märkte"

    31.12.2008, Dr. Uwe Stroinski
    Michael Springer versucht mit seinem Einwurf den Mythos von der Weltformel für Märkte wiederzubeleben. In der Wortwahl nicht gerade zimperlich stellt er sogar schon die Frage nach dem Wann. Das Wer hat er auch schon geklärt, nämlich die Physiker, "die seit gut 20 Jahren ... gut dotierte Jobs an der Wall Street anstreben."

    Welchen Schwierigkeiten würde man sich bei einer "Mechanik der Märkte" aussetzen? Zunächst würde auf Grund des "abnehmenden Grenznutzens" (diminishing returns - z.B. ein zweites Frühstücksei ist noch in Ordnung, aber ein drittes brauche ich wirklich nicht) die Wirkung (utility) im Lagrangeformalismus konkav und damit der Hamiltonoperator trivial. Ohne Hamiltonoperator hat man keine Zeitinvariante, d.h. kein Marktgesetz. Außerdem ist die den Märkten zu Grunde liegende Symmetrie, die der "Bedarfsinvarianz unter Preisskalierung" (z.B. die Einführung des EURO hat meinen Bedarf an Waschmaschinen nicht verändert). Diese Symmetrie führt zu erheblich anderen Kommutatorbedingungen als die uns wohlbekannte Impulsinvarianz unter Translation.

    Ob solch gravierender Unterschiede lässt sich ganz emotionslos feststellen, dass es zumindest nicht offensichtlich ist, welchen Beitrag physikalische Theorien zum Verständnis der Märkte leisten können.
  • Theorie schon da - leider unbequem

    30.12.2008, Miles Meier, Wiesbaden
    Es gibt bereits eine Theorie, die die „wilden Märkte“ beschreibt. Die Theorie der selbstorganisierten sozialen Systeme. Leider besagt diese Theorie, dass es immer wieder zu per se unvorhersehbaren Veränderungen kommen muss.
    Es ist also so, dass alle Vermutungen, Berechnungen und alle wohlkonzipierten Szenarien bestenfalls zufällig eintreffen. Was man berechnen kann, ist der ungefähre Moment, an dem unvorhersehbare Ereignisse eintreten.
    Die australischen Ökonomen FOSTER und WILDE haben diese Theorie auf den australischen Immobilienmarkt angewendet (FOSTER, J., WILD, P.: Detecting self-organisational change in economic processes exibiting logistic growth. In: CANTNER, V, HANUSCH, H. u. KLEPPER, S. (Hrsg.): Economix Evolution, Learning ans Complexity. New York und Heidelberg, 2000). Besonders griffig dargestellt hat diesen Ansatz der Ökonom Quido Partel (PARTL, Quido: Lenken wir das bereits gelenkte? Zusammenwirken der Selbstorganisation und der hierarchischen Organisation in sozialen Systemen. Münster 1998.)
    Es ist offensichtlich, weshalb dieser Ansatz in der ökonomischen Kaffesatzdeuterei nicht mehr Beachtung findet. Ein Experte müsste sagen: „Ich habe keine Ahnung was passiert, es ist in der Natur der Dinge, dass etwas Unerwartetes geschieht.“
    Die andauernde Unfähigkeit zutreffende ökonomische Prognosen zu treffen, ist meiner Meinung nach ein weiter Hinweis auf die Richtigkeit der selbstorganisatorischen Theorie.






  • Elefanten im Kölner Zoo

    29.12.2008, Prof. Dr. Gunther Nogge, Hünenstr.34, 51069 Köln
    Die mittlere Lebenserwartung asiatischer Elefanten im Kölner Zoo lag vor dem Zweiten Weltkrieg bei 23,5, nach dem Kriege bei 38,5 Jahren.

    Zwar wurde von 1863 - 2006 kein einziger Elefant im Kölner Zoo geboren, aber es ist auch keiner unter zehn Jahren gestorben. Die Jungensterblichkeit bis zehn Jahre lag also bei 0 Prozent.

    Von den drei seit 2006 geborenen Elefanten hat kein einziger das zehnte Lebensjahr erreicht. Die Jungensterblichkeit bis zehn Jahren liegt demnach bei 100 Prozent.

    Fazit: Die Kölner Elefanten werden heute zwar 15 Jahre älter als früher, und ihre Lebenserwartung liegt sogar 19,6 über dem Weltdurchschnitt. Aber die Jungensterblichkeit bis zehn Jahren liegt zur Zeit bei 100 Prozent.
  • Sehr gut komprimierter, historisch korrekter Beitrag!

    24.12.2008, Dietrich Hahn, München.
    Ein besonderes Lob Ihrer Autorin Vera Spillner! Ihr Artikel "70 Jahre Kernspaltung" hebt sich wohltuend von dem zum Teil haarsträubenden Unsinn ab, den man zur Zeit wieder in den Blättern und im Internet lesen muss. Frau Spillners Beitrag ist historisch einwandfrei, objektiv und vorurteilslos. Man spürt sofort, dass die Autorin die Primärquellen wirklich gelesen hat und sich in der Materie auskennt - im Gegensatz zu vielen wenig kenntnisreichen Journalisten oder sogenannten
    "Historikern", die vornehmlich voneinander abschreiben und dadurch Voreingenommenheiten und zum Teil abstruse persönliche Meinungen multiplizieren. -

    Otto Hahn und Lise Meitner hätten Frau Spillner ihre Anerkennung für diese Arbeit ausgesprochen, da bin ich mir ganz sicher. Ich möchte dies hier ausdrücklich betonen.

    gez. Dietrich Hahn - Publizist (Enkel von Otto Hahn und
    Patensohn von Lise Meitner).
  • Alles andere als emissionsfrei

    23.12.2008, Marcel Hänggi, Journalist und Buchautor, Zürich
    Masdar ist zweifellos ein interessantes Projekt. Emissionsfrei wird die Stadt aber nicht sein, denn sie soll durch den so genannten Clean Development Mechanism (CDM) des Kyoto-Protokolls finanziert werden. Dafür werden die eingesparten Treibhausgas-Emissionen zertifiziert; diese Certified Emissions Reductions können verkauft werden und berechtigen den Käufer, dieselbe Menge Treibhausgas zu emittieren. Um die Reduktionsleistung zu berechnen, wird geschätzt, wie viel eine "normale" Stadt in derselben Region emittieren würde. Im Falle von Masdar wird das sehr viel sein, weil die Emirate der Staat mit den weltweit zweithöchsten Pro-Kopf-Emissionen sind. Die (hypothetisch) eingesparten Emissionen Masdars werden also anderswo auf der Welt (tatsächlich) freigesetzt. Weil die CDM-Methodologie Emissionsreduktionen systematisch zu hoch bewertet (da so genannte Reboundeffekte ignoriert werden), werden unter dem Strich sogar mehr Gase emittiert als eingespart.
    Dasselbe gilt für Dongtan, wobei freilich die chinesischen Pro-Kopf-Emissionen viel tiefer liegen.
  • Unsinn

    21.12.2008, Stefan Mischia,München
    Der Muttermilch schadet die Wärme im Nest weniger als manche Erklärungsversuche der Wissenschaft den Laien.
    Ein zu warmes Nest würde durch Transpiration bei den Jungtieren zur Dehydration führen.
  • Es liegt an uns

    19.12.2008, Dr.J.Götz
    Bemerkenswerte Entdeckung
    Die Entdeckung der Kernspaltung ist in meinen Augen wirklich eine der herausragenden Entdeckungen der menschlichen Entwicklung. Sie ist für mich ein Beweis, dass wir grundsätzlich in der Lage sind, die uns umgebende Welt zu analysieren, die innewohnenden Gesetzmäßigkeiten zu erkennen und anzuwenden - zum Nutzen oder Schaden.
    Man muss die Kernenergie aber nicht verteufeln und auf ihre Nutzung verzichten, weil sie auch zum Schaden eingesetzt werden könnte. Sehr viele menschliche Entdeckungen können sowohl als auch eingesetzt werden, denken wir z.B. an den Transistor: Computer - Steuerung von Waffen.
    Es liegt an uns Menschen selbst, was wir damit machen.
    Die Kernspaltung kann uns ganz entscheidend helfen, unsere Energie- und Klimaprobleme zu lösen: mit ihr sind wir in der Lage, wesentliche Anteile an der Energieversorgung sicherzustellen. Und zwar so lange, bis in einigen Jahrzehnten die Kernfusion dies Aufgabe übernehmen kann.
    Ich bedaure, dass in der Darstellung von spektrumdirekt dies nicht adäquat dargestellt wird. Die Nutzung der Kernenergie ist auf der Grundlage von 12000 Reaktorberiebsjahren als sicher und verantwortbar einzuschätzen. Und die immer wieder als ungelöst dargestellte Entsorgungsfrage ist in Wirklichkeit eine ungelöste politische Frage, weil der sichere Abschluss der radioaktiven Abfälle von der Biosphäre in tiefen geologischen Formationen machbar und unter Strahlenschutzgesichtspunkten sicher ist.


  • Laufband für Elefanten

    16.12.2008, Eberhard Luedecke Meckenbeuren
    Ich denke, das frühe Ableben der Elefanten hat auch was mit ihrer geringen Bewegungsmöglichkeit zu tun. Ich würde versuchen, den Elefanten ein Laufband entsprechender Größe anzubieten, damit sie mehr Möglichkeit haben, sich ausreichend zu bewegen.
  • Befangenheit und Kritik

    16.12.2008, Dr.-Ing. Adalbert Rabich, Dülmen
    Es wird beklagt, dass die Vergangenheit nicht richtig erforscht wird und dass mehr oder weniger gedankenlos das geistig übernommen wird, was einige andere (Elite) vorgeben. Da rührt der Autor an ein Kernproblem unserer Bildung: die Kritikfähigkeit und das Zulassen von Kritik. Stattdessen wird Meinungsherrschaft betrieben. Wir wissen tatsächlich über vieles wenig und füllen die Wissenslücken mit Thesen oder Annahmen, wobei ich an die realen Geldmengen in Größe, Parkplatz und Vermehrung denke oder an das Klima, wo die paläoklimatischen Verhältnisse in die von Politikern vertretene Ansicht eingepasst werden.
    Kritik ist die Voraussetzung für Fortschritt, Killerphraseologie ihr Untergang. Korrekte Datenanalysen sind so lange dürftig, solange man nicht willens ist, sie auch korrekt zu verwenden. Kontrolle im Finanzwesen kann nur funktionieren, wenn eine Informationsanalyse vorliegt usw.
    Ich hoffe, unsere Bildungspolitik trägt doch eines Tages diesem Mangel Rechnung.