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In http://de.wikipedia.org/wiki/Vierwaldst%C3%A4ttersee ist folgendes zu finden: Nach dem Erdbeben vom 18. September 1601 entstanden Tsunamis im Vierwaldstättersee mit vermutlich bis zu 4 Meter hohen Flutwellen.
Meines Erachtens beruhen sowohl die damaligen strittigen Libet-Experimente und Nachfolger der Hirnforschung zur Widerlegung der Willensfreiheit als auch die heutigen Simulationen und Modellprozesse von Hans Briegel zur Stützung der Willensfreiheit auf statistischen physikalischen Vorgängen. Ich bleibe dabei: Der 'Zufall' im Sinn der Quantenphysik, nämlich als Synonym für Unwägbarkeit, Unbestimmtheit, Unschärfe definiert, ermöglicht - nicht erzeugt - erst grundsätzlich Freiheit! Ich persönlich führe die Ursache von Freiheit letztendlich auf geistige Prinzipien zurück - wie ja auch Mathematik ohne geistigen Hintergrund nicht erklärbar ist.
"Wenn die Evolution es schafft, grell leuchtende kleine Insekten hervorzubringen, die dabei nur ein Minimum an Energie verbrauchen, warum soll sich dieses Prinzip nicht in technischer Hinsicht nutzen lassen? "
"Dank der pfiffigen Strategien, die die Evolution im Laufe der Jahrmillionen geschaffen hat, ..."
Die "Evolution" wid in unserem Sprachgebrauch immer unbewußter (?) als handelndes Subjekt etabliert. Sie ist pfiffig und die "Schöpferin", auch wenn sie dafür viel Zeit benötigt.
Wir verlassen definitiv den methodischen Rahmen der Wissenschaft, wenn der eigentliche Forschungsgegestand - hier konkret die Evolution der Leuchtkäfer - durch pseudoreligiöse Zuschreibungen von Qualitäten einer wissenschaftlichen Erklärung entzogen wird.
Wir wissen, dass der Leuchtkäfer über faszinierende Eigenschaften verfügt, diese können wir funktional-analytisch unabhängig von Ursprungsvorstellugnen beschreiben und ggf. technisch nutzbar machen. Das Wissen um die möglichen hypothetischen Evolutionspfade dieses biologischen Systems, ist dafür aber nicht notwendig.
Vielen Dank für den sehr klaren und umfassenden Artikel von Marc B. Garnick zur Früherkennung von Prostatakrebs. Zu den dort erwähnten unnötigen Eingriffen möchte ich etwas hinzuzufügen.
Auf 1400 Männer in der Screeninggruppe kommt in der von Garnick zitierten Studie aus dem Jahre 2009 ein verhinderter Krebstodesfall. Es müssen jedoch nicht 48 Männer behandelt werden, sondern 116; in der Kontrollgruppe sind es nur 68. Die Differenz, 48 Männer, sind so genannte Überbehandlungen. Diese Männer hätten, wenn sie in der Kontrollgruppe gewesen wären, zeitlebens keine Prostatakrebssymptome verspürt und schon gar nicht wären sie an Prostatakrebs gestorben. Durch das Screening werden jedoch Tumoren gefunden, die keiner Behandlung bedürfen, sich aber von bösartigen nicht unterscheiden lassen. 40 dieser 48 Männer werden unnötig operiert und/oder bestrahlt. Diesen Männern wird mit Sicherheit Schaden zugefügt; einen Nutzen im Sinn von geringerer Prostatakrebsmortalität haben sie nicht.
Da wesentlich mehr Männer geschädigt als „gerettet“ werden, ist der Schaden durch Screening statistisch sehr gut belegt, der Nutzen ist nach wie vor strittig. Zu beachten ist auch, dass der verhinderte Todesfall erst nach zehn oder mehr Jahren aufgetreten wäre (an Prostatakrebs Verstorbene sind im Mittel etwa 80 Jahre alt); die Überbehandlungen finden aber fast unmittelbar während der Screeningphase statt.
Nochmals mit anderen Worten: Auf einen verhinderten Krebstodesfall kommen mindestens 40, die geschädigt wurden, aber die Illusion haben, die Früherkennung hätte ihr Leben verlängert. Auch die außerhalb von Studien gewonnene ärztliche Erfahrung wird durch diese irrtümlich dankbaren Männer geprägt.
PD Dr. Hans-Hermann Dubben
Institut für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Das befördert die Theorie der Dené-Kaukasisten wieder in den Vordergrund. Spannend ist der Vergleich der grammatischen Strukturen des Baskischen mit der ausgestorbenen Sprache der Heve (Uto-aztekische Sprachfamilie), z. B. hier: http://www.gutenberg.org/ebooks/14419
Die im Interview erwähnte Simulation von "Optionen" ist komplett ohne Willensfreiheit möglich. Auch ein Schachcomputer spielt verschiedene mögliche Zukünfte durch, und welche davon eintritt, ist durch einen Bewertungsalgorhithmus determiniert. Wie realistsch dieser ist, spielt dafür keine Rolle.
Es kann durchaus sein, daß Entscheidungsprozesse und Handlungsplanung auch Zufallskomponenten enthalten, und diese könnten auch tatsächlich zu mehr Kreativität führen. Allerdings sehe ich nicht, inwiefern dadurch eine Willensfreiheit im klassischen Sinne gegeben wäre, denn entweder würde die Zufallskomponente nur die Entscheidung nach determinierten Präferenzen effizienter machen, oder aber die Entscheidung würde eine wesentlich zufällige Komponente enthalten.
Ich gebe zudem zu bedenken, daß gerade in moralischen Fragen, in denen die Willensfreiheit ja so gern als unverzichtbar angeführt wird, sich der Einzelne i.a. berechenbar im Sinne der moralischen Konformität verhält. Dort können wir "große Kreativität" nämlich überhaupt nicht gebrauchen, sondern Biologie, Gesellschaft und Erziehung installieren einen möglichst verlässlichen Agenten in uns (das Über-Ich), um sich auf deterministische Entscheidungen verlassen zu können. Moralisch Kreative, "moralisch Freie", landen im Knast.
Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, daß eine mögliche Zufallskomponente bei der Entscheidungsfindung sehr wahrscheinlich eine Pseudo-Zufallskomponente (deterministisches Chaos) wäre, da bei den thermodynamischen Zuständen an/in den Synapsen die Kohärenzzeiten und -längen um Größenordnungen zu klein sind, um einen signifikant wirksamen Quantenzufall zu erzeugen. Dies wurde bereits vor Jahrzehnten geklärt (Stichwort Penrose/Stuart/Hameroff), weshalb ich den in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchenden Hinweis auf "Quantenzufall" unter Esoterik abbuche.
Und schließlich muß ich auch Spektrum dafür kritisieren, ein dermaßen oberflächliches Interview überhaupt abzudrucken. Was genau zeigt die Theorie und was nicht? Warum wird mit großen Begriffen (Willensfreiheit, Quantenzufall) jongliert, ohne auch nur einen davon detaillierter zu erhärten?
Die Katastrophe in Fukushima hätte uns eins lehren können, das Statistiken nicht immer stimmen und das wir keineswegs die Kontrolle über die Kernspaltung errungen haben. In Fukushima bahnt sich eine neue und noch viel entsetzlichere Katastrophe an, lesen Sie bitte hier dazu weiter:
Dies impliziert nur noch eine einzige mögliche vernünftige Tat. Alle Atomkraftwerke der Welt müssen sofort stillgelegt werden, wie auch alle Schiffe, U-Boote etc. die Kernreaktoren benutzen. Da gibt es nichts mehr zu diskurieren.
Bei so einem wichtigen Thema könnte man doch wenigstens 'mal bei Wikipedia klicken, um sich über die Definition von Becquerel zu vergewissern.
Und das mit der Strahlung und der Kontamination ist auch zumindest missverständlich:
Gemeint ist wohl meist "Verstrahlung", was schon 'mal als Ersatz für "Kontamination" verwendet wird. Aber das ist halt doch was anderes als "Strahlung", d.h. man sollte möglichst unterscheiden, ob radiatives Material oder dessen Strahlung freigesetzt wird.
Vielleicht noch zu den Becquerel-Zahlen selbst ein Zitat (wieder mit einem Klick zu bekommen, http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung):
"Aus dem Boden gelangen die natürlichen Radionuklide in Wasser, Pflanzen und Tiere und damit in die Nahrung des Menschen. Alle Nahrungsmittel und auch das Wasser enthalten geringe Konzentrationen natürlicher Radionuklide. Am häufigsten ist das radioaktive Element Kalium-40. So enthält jeder Mensch selbst eine gewisse Menge natürlicher Radionuklide. Diese sind die Ursache für eine Aktivität von etwa 9.000 Becquerel (Bq) im Körper eines Menschen."
Klar, das muss man zum Vergleich mit den Zahlen im Artikel erst mal durch das Körpergewicht teilen.
Und die Gefahr sollte auch keineswegs verharmlost werden, nur halt die Diskussion versachlicht.
Antwort der Redaktion: Sehr geehrter Herr Schweikhard,
vielen Dank für Ihren Leserbrief. Die Definition von Becquerel hatte ich wohl zu sehr vereinfacht, so dass sie falsch wurde. Der Fehler ist im Artikel nun ausgebessert.
Ich bin von diesem Interview und dem angeblich 'neuen Modell der Informationsverarbeitung bei gleichzeitiger Versöhnung von Naturgesetzen und Freiheitsbegriff' nicht überzeugt. Es erinnert an das von Peter Bieri im 'Handwerk der Freiheit' formulierte Modell einer operativen sozialen Freiheit im Rahmen einer deterministischen Welt, ohne jedoch darüber hinaus zu gehen oder dessen Tiefe auch nur zu erreichen.
Letzten Endes wird hier die Frage nach einer freien Entscheidung einfach an einer von drei entscheidenden Stellen vorausgesetzt - so dass das Modell nur zeigt, wie ein an sich freier Mensch möglicherweise konkret seine Handlung aus einem Spielraum von Optionen auswählt.
Lassen Sie mich dies kurz begründen.
Ich versuche hier das Modell von Breigel zusammenzufassen:
(F1) Agent entscheidet sich, zufällige Simulationen /Szenarien zu erzeugen -> diese werden erzeugt (in einem 'Spielraum' / auf einer Platform) -> (F2) Agent entscheidet, wann es genug Varianten sind -> (F3) er trifft zwischen diesen eine Wahl.
An den Stellen F1, F2 und F3 können jetzt jeweils 3 verschiedene Fälle auftreten:
1. bei F1 und/oder F2 und/oder F3 wird 'frei' entschieden. Der Mensch entscheidet sich dort also unabhängig von den Naturgesetzen (ein Freiheitsbegriff entlang der Gesetze der Naturwissenschaften wurde hier nicht diskutiert). Dann aber wurde die Freiheit des Menschen hier bereits vorausgesetzt; man hat die Freiheit also per Hand eingefügt und muss sich nicht wundern, dass diese am Ende auch wieder herauskommt.
2. F1, F2 und F3 werden rein stochastisch ausgewählt: dann kann man nicht von Freiheit sprechen, sondern höchstes von Akausalität.
3. F1, F2 und F3 wird deterministisch nach einem Optimierungsverfahren entschieden. Das entspräche den Naturgesetzen ohne Freiheit (hier hat Peter Bieri seinen operativen Freiheitsbegriff angebracht, der klug ist, ich empfehle das Buch durchaus).
4. F1 und / oder F2 und / oder F3 sind stochastisch und oder deterministisch; keine Kombination führt zu einer von 2. oder 3. abweichenden Freiheit.
Will man also Freiheit (trotz Naturgesetzen) retten (oder "beide versöhnen", wie es der Artikel verspricht), so bleibt nur Option 1 → und bei dieser hat man das, was zu zeigen ist, vorausgesetzt.
Dazu noch eine Bemerkung: Dafür, dass F2 (die Auswahl einer Option) chemisch optimierend entschieden wird, hat Dietrich Dörner in 'Bauplan für eine Seele' eine überzeugende Argumentation vorgelegt, wonach sich der menschliche Körper in einer Menge von Optionen immer für diejenige entscheidet, die dem Körper ein Optimum verspricht. Das Buch vertritt einen starken Determinismus.
Peter Bieri ist, wie oben angedeutet, über eine solche Vermischung von Voraussetzung und Folgerung, wie sie hier geschehen ist, hinausgegangen und hat in einer deterministischen / stochastischen Welt eine Freiheit vorgeschlagen, bei der aus einer Menge von Optionen eine Wahl getroffen wird. Dieses Verfahren ist aber nicht deswegen frei, weil jemand frei wählt (!), sondern weil überhaupt ein Optionenraum existiert; dies ist ein kluges operatives Modell, das nichts verspricht, das es nicht hält.
Zusammenfassend bleibt zu sagen: Bei Herrn Breigels Modell werden also Naturgesetze und Freiheit nicht versöhnt – sondern Freiheit einfach nur per Hand zu den Naturgesetzen hinzugefügt. Das halte ich nicht für einen Fortschritt. (Vielleicht wollte Herr Breigel aber auch nur ein Entscheidungsmodell in der Robotik vorstellen und die freie Willen-Debatte war nicht sein Primärziel gewesen.)
Das Generieren von Optionen für Entscheidungen erinnert sehr stark an evolutive Prozesse: Dort werden ebenfalls per Zufall Mutationen erzeugt, die auf vielfältigste Weise - Reparatur, Rekombination, epigenetische Variation - zu neuen "sinnvollen" Molekülen, Individuen und Arten führen.
Wie zwischen den Optionen "frei" gewählt wird, bleibt offen. In der Evolution ist das die Bewährung in der Realität, die Selektion.
Natürlich fand auch ich das Urteil weit überzogen. Die eine Sache ist, dass es bislang unmöglich ist, auch nur vorher zusagen, ob es überhaupt zu einem größeren Erdbeben kommen wird, geschweige denn, wann.
Andererseits haben Wissenschaftler auch eine Verantwortung für ihre Äußerungen. Wenn es dabei geblieben wäre, dass man ein starkes Erdbeben in dieser Region nicht ausschließen könne, würde ihnen wohl auch niemand einen Vorwurf machen. Denn zu mehr ist die Forschung in diesem Bereich noch nicht in der Lage.
Doch das Risiko geringer einzuschätzen, als von der Bevölkerung befürchtet oder sogar zu behaupten, die kleinen Vorbeben hätten das Risiko eines starken Bebens verringert, ist nicht nur wissenschaftlich unhaltbar, sondern in diesem Zusammenhang durchaus kriminell. Denn auf was sonst als die Aussagen dieser Wissenschaftler soll sich die Bevölkerung verlassen können? Insoweit tragen sie auch die Mitschuld an 308 Toten.
Eine ganz andere Sache ist die Verharmlosung von Naturgewalten und daraus resultierender Bauvorschriften oder gar das überhebliche ausschließen von möglichen Naturgewalten. Doch das kennen wir zur Genüge auch aus Deutschland, beispielsweise bei den Sicherheitsvorschriften für Atomkraftwerke. Obwohl in diesem Fall sogar Millionen von Menschen bedroht sein können. Diese Überheblichkeit hat immer wieder zu Katastrophen geführt.
Das hat jedoch nichts mit dem aktuellen Fall zu tun. Im aktuellen Fall haben wir es einfach mit einer Region zu tun, in der bekanntermaßen viele Gebäude einem Erdbeben nicht standhalten würden. Man kann nicht innerhalb von wenigen Tagen Häuser erdbebensicher machen. Wohl unter anderem deshalb hat man diese Wissenschaftler zurate gezogen. Doch anstatt schulterzuckend festzustellen, dass man mit wissenschaftlicher Seriosität weder das eine noch das andere vorhersagen kann und deshalb jeder Einwohner der Region für sich selbst entscheiden muss, ob er sich dem Risiko aussetzen möchte, wurde die Gefahr drastisch verharmlost, wider besseres Wissen. Dieser Druck lastet auf diesen Wissenschaftlern.
Ich erwarte nicht nur von Wissenschaftlern, dass sie Unwissen zugeben und nicht irgendwelche Spekulationen anstellen, wenn sie etwas nicht mit hinreichender Sicherheit behaupten können. Diesen Wissenschaftlern kann man jedoch vorwerfen, dass sie stattdessen spekuliert und damit unverantwortlich gehandelt haben. Ob sie deshalb die Schuld daran tragen, dass die Region nicht evakuiert wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vermutlich hätten ohnehin die meisten trotz der konkreten Bedrohung Letztere verharmlost und wären dort geblieben. Denn das umgekehrte, vor einem starken Erdbeben zu warnen, obwohl man es nicht wissen konnte, wäre ebenso unverantwortlich gewesen. Wissenschaft ist schließlich keine Religion, in der man etwas glaubt oder auch nicht. Glauben ist nichts anderes als die Umschreibung von Nichtwissen.
In Italien ist man in vielen Regionen gewohnt, mit einer stetig drohenden Gefahr durch Vulkanausbrüche oder Erdbeben zu leben. Im übrigen ist Italien ein Land mit einer teilweise jahrtausendealten Baukultur, gerade Letztere sorgt auch für eine kulturelle Vielfalt, die es so nur in wenigen anderen Ländern gibt. Weitab der Vulkane ist das Erdbebenrisiko zwar deutlich größer als beispielsweise in Norddeutschland, jedoch nicht annähernd so groß wie traditionell in Japan, wo man sich mit der Bauweise mal abgesehen von Atomkraftwerken längst mit dem Naturgewalten gewissermaßen arrangiert hat. Außerdem hat das Erdbebenrisiko in Italien offensichtlich erst in den letzten 100 Jahren deutlich zugenommen. Wie viele Jahrhunderte stand beispielsweise die Kirche in Assisi, ohne jemals schwer beschädigt zu werden? Ich habe sie noch vor dem Erdbeben erlebt. Man kann nicht von heute auf morgen ein ganzes Land Erdbeben sicher machen. Wobei Sicherheit natürlich auch nur sehr begrenzt ist, ich kann mich noch gut an die Bilder eines Erdbebens in Tokio erinnern, die deutlich zeigen, dass erdbebensicheres Bauen seine Grenzen hat.
Verzeihen Sie, wenn ich in diesem Zusammenhang, trotz eines weit überzogenen Urteils, umgekehrt Ihnen den Vorwurf machen muss, von der Verantwortlichkeit der Wissenschaftler für ihre Aussagen abzulenken.
"Der Spritzefisch ist ein gar listiger Geselle, gib acht und hüte dich fein, leichtsinnige Libelle!" beschreibt der Weise aus Wiedensahl die Jagdtechnik.
Wie viele seiner Zeit meinte Busch den Pinzettfalterfisch (chelmon rostratus) für den Spritzefisch, der schon 1764 benannt wurde. Der Irrtum wurde erst im 20. Jhdt korrigiert. Der Schützenfisch (toxotes jaculatrix) ist hier gemeint. Aber auch andere "Jäger" benützen diese Technik, z.
B. der Toxotes chatareus und die Fadenfische schießen mit Wasserstrahl nach ihrer Beute.
Das Urteil macht sprachlos und erinnert an die Hinrichtung von "Gelehrten", die in früheren Zeiten verurteilt wurden, weil sie eine Sonnenfinsternis nicht vorhergesagt haben und das im Jahr 2012!
Der Artikel macht keine Aussage darüber, ob das ein letztinstanzliches Urteil ist. Wenn das so wäre, wäre es in der Tat skandalös, denn selbst ein Vollidiot sollte die Aussage der Verurteilten in der Pressekonferenz, daß man Erdbeben nicht voraussagen kann und ein solches zum fraglichen Zeitpunkt nicht auszuschließen ist, verstehen. Hier wird wieder einmal die persönliche Verantwortung des Einzelnen für sein Wohlergehen anderen zugeschoben. Eine Tendenz, die dem amerikanischen (schlechten) Vorbild folgend auch in Europa immer stärker um sich greift, nach dem Motto: "Jeschieht meiner Mutter janz recht, wenn ick mir die Pfoten erfriere; wat kooft se mir keene Handschuhe." So, wie hier die Mutter dafür vantwortlich gemacht wird, daß das Kind zu blöd ist, die Hände in die Hosentaschen zu stecken, werden dort Wissenschaftler dafür verantwortlich gemacht, daß Bewohner einer erdbebengefährdeten Region nicht wissen, wie man mt der Gefahr umgeht, obwohl sie es wissen müßten.
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Nr. 5/2013
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Tsunamis im Vierwaldstättersee
30.10.2012, K. HeckGeistige Prinzipien
30.10.2012, Paul Kalbhen, GummersbachDanke "Evolution"?
30.10.2012, Dr. H. Ullrich"Dank der pfiffigen Strategien, die die Evolution im Laufe der Jahrmillionen geschaffen hat, ..."
Die "Evolution" wid in unserem Sprachgebrauch immer unbewußter (?) als handelndes Subjekt etabliert. Sie ist pfiffig und die "Schöpferin", auch wenn sie dafür viel Zeit benötigt.
Wir verlassen definitiv den methodischen Rahmen der Wissenschaft, wenn der eigentliche Forschungsgegestand - hier konkret die Evolution der Leuchtkäfer - durch pseudoreligiöse Zuschreibungen von Qualitäten einer wissenschaftlichen Erklärung entzogen wird.
Wir wissen, dass der Leuchtkäfer über faszinierende Eigenschaften verfügt, diese können wir funktional-analytisch unabhängig von Ursprungsvorstellugnen beschreiben und ggf. technisch nutzbar machen. Das Wissen um die möglichen hypothetischen Evolutionspfade dieses biologischen Systems, ist dafür aber nicht notwendig.
Prostatakrebsfrüherkennung: Schaden belegt, Nutzen fraglich
29.10.2012, Hans-Hermann Dubben, HamburgAuf 1400 Männer in der Screeninggruppe kommt in der von Garnick zitierten Studie aus dem Jahre 2009 ein verhinderter Krebstodesfall. Es müssen jedoch nicht 48 Männer behandelt werden, sondern 116; in der Kontrollgruppe sind es nur 68. Die Differenz, 48 Männer, sind so genannte Überbehandlungen. Diese Männer hätten, wenn sie in der Kontrollgruppe gewesen wären, zeitlebens keine Prostatakrebssymptome verspürt und schon gar nicht wären sie an Prostatakrebs gestorben. Durch das Screening werden jedoch Tumoren gefunden, die keiner Behandlung bedürfen, sich aber von bösartigen nicht unterscheiden lassen. 40 dieser 48 Männer werden unnötig operiert und/oder bestrahlt. Diesen Männern wird mit Sicherheit Schaden zugefügt; einen Nutzen im Sinn von geringerer Prostatakrebsmortalität haben sie nicht.
Da wesentlich mehr Männer geschädigt als „gerettet“ werden, ist der Schaden durch Screening statistisch sehr gut belegt, der Nutzen ist nach wie vor strittig. Zu beachten ist auch, dass der verhinderte Todesfall erst nach zehn oder mehr Jahren aufgetreten wäre (an Prostatakrebs Verstorbene sind im Mittel etwa 80 Jahre alt); die Überbehandlungen finden aber fast unmittelbar während der Screeningphase statt.
Nochmals mit anderen Worten: Auf einen verhinderten Krebstodesfall kommen mindestens 40, die geschädigt wurden, aber die Illusion haben, die Früherkennung hätte ihr Leben verlängert. Auch die außerhalb von Studien gewonnene ärztliche Erfahrung wird durch diese irrtümlich dankbaren Männer geprägt.
PD Dr. Hans-Hermann Dubben
Institut für Allgemeinmedizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Dené-Kaukasisten
28.10.2012, Frank ScheiderOhne Zufall gibt es keine Freiheit - mit Zufall aber auch nicht!
28.10.2012, Stephan SandhaegerEs kann durchaus sein, daß Entscheidungsprozesse und Handlungsplanung auch Zufallskomponenten enthalten, und diese könnten auch tatsächlich zu mehr Kreativität führen. Allerdings sehe ich nicht, inwiefern dadurch eine Willensfreiheit im klassischen Sinne gegeben wäre, denn entweder würde die Zufallskomponente nur die Entscheidung nach determinierten Präferenzen effizienter machen, oder aber die Entscheidung würde eine wesentlich zufällige Komponente enthalten.
Ich gebe zudem zu bedenken, daß gerade in moralischen Fragen, in denen die Willensfreiheit ja so gern als unverzichtbar angeführt wird, sich der Einzelne i.a. berechenbar im Sinne der moralischen Konformität verhält. Dort können wir "große Kreativität" nämlich überhaupt nicht gebrauchen, sondern Biologie, Gesellschaft und Erziehung installieren einen möglichst verlässlichen Agenten in uns (das Über-Ich), um sich auf deterministische Entscheidungen verlassen zu können. Moralisch Kreative, "moralisch Freie", landen im Knast.
Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, daß eine mögliche Zufallskomponente bei der Entscheidungsfindung sehr wahrscheinlich eine Pseudo-Zufallskomponente (deterministisches Chaos) wäre, da bei den thermodynamischen Zuständen an/in den Synapsen die Kohärenzzeiten und -längen um Größenordnungen zu klein sind, um einen signifikant wirksamen Quantenzufall zu erzeugen. Dies wurde bereits vor Jahrzehnten geklärt (Stichwort Penrose/Stuart/Hameroff), weshalb ich den in diesem Zusammenhang immer wieder auftauchenden Hinweis auf "Quantenzufall" unter Esoterik abbuche.
Und schließlich muß ich auch Spektrum dafür kritisieren, ein dermaßen oberflächliches Interview überhaupt abzudrucken. Was genau zeigt die Theorie und was nicht? Warum wird mit großen Begriffen (Willensfreiheit, Quantenzufall) jongliert, ohne auch nur einen davon detaillierter zu erhärten?
Es wird nicht besser sondern es bahnt sich eine 2. Katastrophe in Fukushima an
28.10.2012, Frank Schönwetterhttp://denkbonus.wordpress.com/2012/10/26/fukushima-die-nachste-katastrophe-naht/
Dies impliziert nur noch eine einzige mögliche vernünftige Tat. Alle Atomkraftwerke der Welt müssen sofort stillgelegt werden, wie auch alle Schiffe, U-Boote etc. die Kernreaktoren benutzen. Da gibt es nichts mehr zu diskurieren.
Gruss
Frank Schönwetter
Becquerel-Definition
27.10.2012, Lutz SchweikhardUnd das mit der Strahlung und der Kontamination ist auch zumindest missverständlich:
Gemeint ist wohl meist "Verstrahlung", was schon 'mal als Ersatz für "Kontamination" verwendet wird. Aber das ist halt doch was anderes als "Strahlung", d.h. man sollte möglichst unterscheiden, ob radiatives Material oder dessen Strahlung freigesetzt wird.
Vielleicht noch zu den Becquerel-Zahlen selbst ein Zitat (wieder mit einem Klick zu bekommen,
http://de.wikipedia.org/wiki/Strahlenbelastung):
"Aus dem Boden gelangen die natürlichen Radionuklide in Wasser, Pflanzen und Tiere und damit in die Nahrung des Menschen. Alle Nahrungsmittel und auch das Wasser enthalten geringe Konzentrationen natürlicher Radionuklide. Am häufigsten ist das radioaktive Element Kalium-40. So enthält jeder Mensch selbst eine gewisse Menge natürlicher Radionuklide. Diese sind die Ursache für eine Aktivität von etwa 9.000 Becquerel (Bq) im Körper eines Menschen."
Klar, das muss man zum Vergleich mit den Zahlen im Artikel erst mal durch das Körpergewicht teilen.
Und die Gefahr sollte auch keineswegs verharmlost werden, nur halt die Diskussion versachlicht.
Leider keine Versöhnung erreicht: Wenn ich Freiheit hineinstecke, kommt sie auch hinten heraus
27.10.2012, Vera SpillnerLetzten Endes wird hier die Frage nach einer freien Entscheidung einfach an einer von drei entscheidenden Stellen vorausgesetzt - so dass das Modell nur zeigt, wie ein an sich freier Mensch möglicherweise konkret seine Handlung aus einem Spielraum von Optionen auswählt.
Lassen Sie mich dies kurz begründen.
Ich versuche hier das Modell von Breigel zusammenzufassen:
(F1) Agent entscheidet sich, zufällige Simulationen /Szenarien zu erzeugen -> diese werden erzeugt (in einem 'Spielraum' / auf einer Platform) -> (F2) Agent entscheidet, wann es genug Varianten sind -> (F3) er trifft zwischen diesen eine Wahl.
An den Stellen F1, F2 und F3 können jetzt jeweils 3 verschiedene Fälle auftreten:
1. bei F1 und/oder F2 und/oder F3 wird 'frei' entschieden. Der Mensch entscheidet sich dort also unabhängig von den Naturgesetzen (ein Freiheitsbegriff entlang der Gesetze der Naturwissenschaften wurde hier nicht diskutiert). Dann aber wurde die Freiheit des Menschen hier bereits vorausgesetzt; man hat die Freiheit also per Hand eingefügt und muss sich nicht wundern, dass diese am Ende auch wieder herauskommt.
2. F1, F2 und F3 werden rein stochastisch ausgewählt: dann kann man nicht von Freiheit sprechen, sondern höchstes von Akausalität.
3. F1, F2 und F3 wird deterministisch nach einem Optimierungsverfahren entschieden. Das entspräche den Naturgesetzen ohne Freiheit (hier hat Peter Bieri seinen operativen Freiheitsbegriff angebracht, der klug ist, ich empfehle das Buch durchaus).
4. F1 und / oder F2 und / oder F3 sind stochastisch und oder deterministisch; keine Kombination führt zu einer von 2. oder 3. abweichenden Freiheit.
Will man also Freiheit (trotz Naturgesetzen) retten (oder "beide versöhnen", wie es der Artikel verspricht), so bleibt nur Option 1 → und bei dieser hat man das, was zu zeigen ist, vorausgesetzt.
Dazu noch eine Bemerkung: Dafür, dass F2 (die Auswahl einer Option) chemisch optimierend entschieden wird, hat Dietrich Dörner in 'Bauplan für eine Seele' eine überzeugende Argumentation vorgelegt, wonach sich der menschliche Körper in einer Menge von Optionen immer für diejenige entscheidet, die dem Körper ein Optimum verspricht. Das Buch vertritt einen starken Determinismus.
Peter Bieri ist, wie oben angedeutet, über eine solche Vermischung von Voraussetzung und Folgerung, wie sie hier geschehen ist, hinausgegangen und hat in einer deterministischen / stochastischen Welt eine Freiheit vorgeschlagen, bei der aus einer Menge von Optionen eine Wahl getroffen wird. Dieses Verfahren ist aber nicht deswegen frei, weil jemand frei wählt (!), sondern weil überhaupt ein Optionenraum existiert; dies ist ein kluges operatives Modell, das nichts verspricht, das es nicht hält.
Zusammenfassend bleibt zu sagen: Bei Herrn Breigels Modell werden also Naturgesetze und Freiheit nicht versöhnt – sondern Freiheit einfach nur per Hand zu den Naturgesetzen hinzugefügt. Das halte ich nicht für einen Fortschritt. (Vielleicht wollte Herr Breigel aber auch nur ein Entscheidungsmodell in der Robotik vorstellen und die freie Willen-Debatte war nicht sein Primärziel gewesen.)
Kreativität und Evolution
27.10.2012, Bertold DurstWie zwischen den Optionen "frei" gewählt wird, bleibt offen. In der Evolution ist das die Bewährung in der Realität, die Selektion.
Sind Wissenschaftler nicht verantwortlich?
26.10.2012, Gerhard LindemannNatürlich fand auch ich das Urteil weit überzogen. Die eine Sache ist, dass es bislang unmöglich ist, auch nur vorher zusagen, ob es überhaupt zu einem größeren Erdbeben kommen wird, geschweige denn, wann.
Andererseits haben Wissenschaftler auch eine Verantwortung für ihre Äußerungen. Wenn es dabei geblieben wäre, dass man ein starkes Erdbeben in dieser Region nicht ausschließen könne, würde ihnen wohl auch niemand einen Vorwurf machen. Denn zu mehr ist die Forschung in diesem Bereich noch nicht in der Lage.
Doch das Risiko geringer einzuschätzen, als von der Bevölkerung befürchtet oder sogar zu behaupten, die kleinen Vorbeben hätten das Risiko eines starken Bebens verringert, ist nicht nur wissenschaftlich unhaltbar, sondern in diesem Zusammenhang durchaus kriminell. Denn auf was sonst als die Aussagen dieser Wissenschaftler soll sich die Bevölkerung verlassen können? Insoweit tragen sie auch die Mitschuld an 308 Toten.
Eine ganz andere Sache ist die Verharmlosung von Naturgewalten und daraus resultierender Bauvorschriften oder gar das überhebliche ausschließen von möglichen Naturgewalten. Doch das kennen wir zur Genüge auch aus Deutschland, beispielsweise bei den Sicherheitsvorschriften für Atomkraftwerke. Obwohl in diesem Fall sogar Millionen von Menschen bedroht sein können. Diese Überheblichkeit hat immer wieder zu Katastrophen geführt.
Das hat jedoch nichts mit dem aktuellen Fall zu tun. Im aktuellen Fall haben wir es einfach mit einer Region zu tun, in der bekanntermaßen viele Gebäude einem Erdbeben nicht standhalten würden. Man kann nicht innerhalb von wenigen Tagen Häuser erdbebensicher machen. Wohl unter anderem deshalb hat man diese Wissenschaftler zurate gezogen. Doch anstatt schulterzuckend festzustellen, dass man mit wissenschaftlicher Seriosität weder das eine noch das andere vorhersagen kann und deshalb jeder Einwohner der Region für sich selbst entscheiden muss, ob er sich dem Risiko aussetzen möchte, wurde die Gefahr drastisch verharmlost, wider besseres Wissen. Dieser Druck lastet auf diesen Wissenschaftlern.
Ich erwarte nicht nur von Wissenschaftlern, dass sie Unwissen zugeben und nicht irgendwelche Spekulationen anstellen, wenn sie etwas nicht mit hinreichender Sicherheit behaupten können. Diesen Wissenschaftlern kann man jedoch vorwerfen, dass sie stattdessen spekuliert und damit unverantwortlich gehandelt haben. Ob sie deshalb die Schuld daran tragen, dass die Region nicht evakuiert wurde, steht auf einem ganz anderen Blatt. Vermutlich hätten ohnehin die meisten trotz der konkreten Bedrohung Letztere verharmlost und wären dort geblieben. Denn das umgekehrte, vor einem starken Erdbeben zu warnen, obwohl man es nicht wissen konnte, wäre ebenso unverantwortlich gewesen. Wissenschaft ist schließlich keine Religion, in der man etwas glaubt oder auch nicht. Glauben ist nichts anderes als die Umschreibung von Nichtwissen.
In Italien ist man in vielen Regionen gewohnt, mit einer stetig drohenden Gefahr durch Vulkanausbrüche oder Erdbeben zu leben. Im übrigen ist Italien ein Land mit einer teilweise jahrtausendealten Baukultur, gerade Letztere sorgt auch für eine kulturelle Vielfalt, die es so nur in wenigen anderen Ländern gibt. Weitab der Vulkane ist das Erdbebenrisiko zwar deutlich größer als beispielsweise in Norddeutschland, jedoch nicht annähernd so groß wie traditionell in Japan, wo man sich mit der Bauweise mal abgesehen von Atomkraftwerken längst mit dem Naturgewalten gewissermaßen arrangiert hat. Außerdem hat das Erdbebenrisiko in Italien offensichtlich erst in den letzten 100 Jahren deutlich zugenommen. Wie viele Jahrhunderte stand beispielsweise die Kirche in Assisi, ohne jemals schwer beschädigt zu werden? Ich habe sie noch vor dem Erdbeben erlebt. Man kann nicht von heute auf morgen ein ganzes Land Erdbeben sicher machen. Wobei Sicherheit natürlich auch nur sehr begrenzt ist, ich kann mich noch gut an die Bilder eines Erdbebens in Tokio erinnern, die deutlich zeigen, dass erdbebensicheres Bauen seine Grenzen hat.
Verzeihen Sie, wenn ich in diesem Zusammenhang, trotz eines weit überzogenen Urteils, umgekehrt Ihnen den Vorwurf machen muss, von der Verantwortlichkeit der Wissenschaftler für ihre Aussagen abzulenken.
Wilhelm Buschs "Spritzefisch"
25.10.2012, Ing. Peter SinnlWie viele seiner Zeit meinte Busch den Pinzettfalterfisch (chelmon rostratus) für den Spritzefisch, der schon 1764 benannt wurde. Der Irrtum wurde erst im 20. Jhdt korrigiert. Der Schützenfisch (toxotes jaculatrix) ist hier gemeint. Aber auch andere "Jäger" benützen diese Technik, z.
B. der Toxotes chatareus und die Fadenfische schießen mit Wasserstrahl nach ihrer Beute.
On-Line Petition für ein faires Verfahren
25.10.2012, Thomas Altorferhttps://secure.avaaz.org/en/petition/Fair_trial_for_the_Italian_seismologists_in_LAquila/
Sind wir im Mittelalter?
24.10.2012, Manfred Hollskandalös!
24.10.2012, Fritz Kronberg