Lesermeinung - Spektrum der Wissenschaft

Ihre Beiträge sind uns willkommen! Schreiben Sie uns Ihre Fragen und Anregungen, Ihre Kritik oder Zustimmung. Wir veröffentlichen hier laufend Ihre aktuellen Zuschriften.
  • Wesentliche Grundlage?

    15.12.2013, Walter Weiss
    Nach der Rezension ist der Inhalt des Buchs ein tour d'horizon durch alle denkbaren und vorgefallenen Fälle der Bedeutung der Menschenwürde.

    Bei aller Anschaulichkeit und Vielfarbigkeit dieser Fälle fehlen offenbar jedoch zwei wesentliche Gesichtspunkte:

    (1) Der Begriff der Menschenwürde ist wie das ganze Paket Demokratie/Menschenrechte/unabhängige Justiz, zu dem es gehört, nichts Absolutes, sondern nur Teil dieser - äußerst wichtigen - menschlichen Erfindung. Demzufolge ist dieser Begriff auch einer fortwährenden und ständigen Entwicklung, Ergänzung, Ausweitung, Einschränkung, kurz: einer immerwährenden Anpassung an die sich ändernden menschlichen Verhältnisse unterworfen. Für derartige Änderungen gibt es keine vorgegebenen ehernen Regeln; vielmehr muß von Fall zu Fall nach allen denkbaren Gesichtspunkten entschieden werden, ob die Menschenwürde verletzt ist oder nicht. Diese Gesichtspunkte sind vor allem, aber nicht ausschließlich, die bisher gefundenen Lösungen dieser Frage. Letztenendes kann es sich dabei nur um mehr oder weniger Willkür handeln.

    (2) Alle Überlegungen auf diesem Gebiet sind an 'unseren' westlichen Kulturkreis sehr eng gebunden. Soweit Menschenwürde in anderen Kulturkreisen überhaupt eine Rolle spielt, wird sie vielfach völlig anderen Regelungen unterworfen als bei uns.
  • 6 Wochen zu kurz

    14.12.2013, anonymus
    Also ich muss meine Vorredner zustimmen! Wer kann denn von sich behaupten, dass er innerhalb von 6 Wochen ein Musikinstrument erlernen kann?!? Man braucht manchmal bis zu 6 Wochen bis man ein Stück auf einem Instrument spielen kann, wenn man das Instrument eigentlich schon beherrscht!
    Ich stimme der Studie voll und ganz zu, dass man nach 6 Wochen bestimmt keinen Unterschied merkt. Aber 6 Wochen sind für so eine pauschale Aussage viel(!) zu(!) kurz!
  • Eine gar nicht dumme Studie

    13.12.2013, Robert Orso
    Überhaupt keine "Erkenntnis" steht je "außer Frage", ganz im Gegenteil. Jede noch so eingebürgerte Weisheit gehört von Zeit zu Zeit penibel geprüft. Gar zu leicht schleichen sich bequeme Wunschvorstellungen ein, die zu hartnäckigem "Allgemeinwissen" führen, das schlichtweg falsch ist.

    Wie im angesprochenen Artikel behauptet wurde: "Viele Untersuchungen zeigen, dass rege musikalische Beschäftigung im Schnitt mit höherer Intelligenz einhergeht."

    Nun, so wie es aussieht, genügen viele dieser "vielen Studien" den strengen wissenschaftlichen Kriterien nicht, sind nicht verifiziert und liefern auch keine statistisch signifikanten Ergebnisse.

    Leider gelten aufwändige Wiederholungsstudien, noch dazu solche mit negativem Ergebnis, in der wissenschaftlichen Publikations Kultur nur sehr wenig. Da aber Wissenschaftler nur nach der Anzahl ihrer Veröffentlichungen gemessen werden, bekommen wir eben viele belanglose Studien mit zweifelhaften Ergebnissen als die ultimative Erkenntnis serviert - und niemand macht sich die Mühe, das zu überprüfen.

    Vielen Dank also an Samuel Mehr, dass er sich die Mühe gemacht hat, dieser Idee noch einmal ordentlich auf den Zahn zu fühlen.
  • Ist die habitable Zone so einfach zu definieren?

    13.12.2013, Ulrich Heemann
    Ich empfinde es als erstaunlich, dass die mir bekannten Artikel zur habitablen Zone keine Angaben zur Bedeutung der Masse und des Radius der betreffenden Planeten machen. Die Frage, ob Wasser gehalten werden kann, hängt doch auch ganz wesentlichen von der sich daraus ergebenden gravitativen Potentialtiefe ab. Oder wird hier immer von den Parametern unserer Erde ausgegangen? Oder sollte deren Einfluss tatsächlich vernachlässigbar gegenüber der Wirkung der quadratisch mit dem Abstand abnehmenden Wärmeeinstrahlung sein?
    Wenn es um die grundsätzliche Frage nach der Entstehung von Leben geht, sind dabei die Möglichkeiten, die sich auf größeren Monden ergeben, noch gar nicht berücksichtigt.
  • Eine dumme Studie

    13.12.2013, Jean-paul Deliet
    Das eine ernsthafte Beschäftigung mit einem Instrument, gerade von Kindheit an, über viele Jahre hinweg viele Fähigkeiten, auch kognitive, fördert steht ja wohl außer Frage. Was wollen Forscher denn mit derartigen Kurzzeit-Studien beweisen oder widerlegen?

    http://www.spektrum.de/alias/hirnforschung/macht-musik-intelligent/1151099
  • Kollision wirklich erforderlich?

    13.12.2013, Peter Buchmann
    Ist die Kollision zweier Körper für das Modell tatsächlich erforderlich oder könnten nicht aus einer Staubscheibe zwei Objekte (Erde und Mond) in der selben Umlaufbahn erzeugt worden sein? Das Verhältnis der Elemente wäre dadurch potentiell identisch, da die Objekte aus einer Staubscheibe entstünden.

    Der Mond wäre am Lagrange-Punkte L4 oder L5 entstanden und später in die Umlaufbahn der Erde übergewechselt. Was spricht gegen dieses Modell?
  • Danke

    12.12.2013, Quentin Quencher
    für diesen Beitrag. Ich habe ihn hier kommentiert und verlinkt:
    http://glitzerwasser.blogspot.de/2013/12/wer-ist-schuld-am-tod-von-millionen.html
  • @Thiede

    12.12.2013, Michael Schmidt
    Sie sind Humanist! -im Ansatz Homozentrisch - und mit Sarkasmus :-)

    Im Prinzip kann ich ihren Aussagen zustimmen, auch wenn Sie wenig rational, eher populistisch und emotional geprägt sind - und wie meistens - nicht in die Tiefe gehen.

    Es wird niemand ausgenommen - besonders nicht unser HighTech Kulturen -

    Konsequenter Weise sollte man Autos - die ein Großteil unserer Probleme verursachen - nur noch im Ausnahmefall benutzen, dann geht das auch ohne Gurt, Airbags, ABS etc.

    Aber auf die meisten der Fragen fehlt Ihre Antwort.
    Man sollte mal anfangen über das "Undenkbare" nachzudenken - rational ! Was machen wir mit 16 oder 18 Mrd. Menschen alle haben Autos, Klimanlage und leben 150 Jahre... mit allen Konsequenzen - arme Erde?!
    Die Gedanken werden sich bereits gemacht - Miltärstrategen und NSA überlegen heute bereits wie sie den Wohlstand in Ihrem Land in Zukunft schützen können, und die sind dabei nicht zimperlich.
    Also herunter vom Elfenbeinturm und Augen auf! Es sind die wirtschaftlichen Interessen (= Wachstum) unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe.
    Sie haben völlig recht -ich lehne jede der o.g. Organisationen ab !Ärzte ohne Grenzen ausgenommen.
    Sie fliegen in den Ferien auf die Malediven ? Dann finden wir keine Diskussionsbasis!
  • Reis mit Beta-Carotin...

    12.12.2013, J. Karlsberg
    ... wo ist das Problem??
    Wenn ich zu meinem normalen Reis Möhren esse, muss ich das dann auch vorher im Tierversuch testen? Ich bin sicher auch dazu fehlen die Langzeitstudien...
    (Lebensmittel)sicherheit ist eine tolle Sache, aber man kann's aus irrationalen Ängsten heraus auch durchaus übertreiben...
  • @Michael Schmidt

    12.12.2013, Thiede
    Also ihr Ansatz ist: lieber sterben lassen, als noch mehr Menschen riskieren?

    Na, dann können wir ja dankbar für Aids sein, sollten Ärzte ohne Grenzen, Brot für die Welt und Entwicklungshilfe im Allgemeinen einstellen. Wir könnten auch die Produktion von Antibiotika einstellen und sofort sämtliche Impfprogramme stoppen! Razfaz können wir wieder auf ein "gesundes" Maß von 1-2 Milliarden Menschen kommen!
    Aber nicht vergessen: verantwortlich für Klimawandel, Überfischung usw. sind (auch) wir in Europa, also keine Außnahmen.
    Für den Anfang könnten wir auf Gurtpflicht beim Autofahren verzichten, da kann jeder von uns ganz Persönlich seinen Beitrag leisten :D
  • Goldener Reis kann helfen

    12.12.2013, Ch. Happach-Kasan
    Nach Aussagen der Weltgesundheitsorganisation sterben an jedem Tag 6000 Menschen an den Folgen von Vitamin-A-Mangel. Mangelernährung ist ein gravierendes Problem der Welternährung. Die Versorgung der armen Bevölkerung durch Tabletten, um diesem Mangel entgegenzuwirken, ist bedeutend teurer als der Anbau von Goldenem Reis und - was entscheidend ist, dies gelingt nur in städtischen Regionen nicht auf dem Land.

    Für die Menschen in Südostasien und Afrika ist der Goldene Reis eine Chance.
  • Das Weltklima braucht Beachtung

    12.12.2013, Michael Schmidt
    Erst seit wenigen Jahren wird eine systematische Bewertung der Zusammenhänge zwischen Klima und deren Einflussgößen vorgenommen. Das eine globale Betrachtung wichtig ist, scheint auch den Kritikern einleuchtend zu sein. Was dabei an Erkenntnissen gewonnen wurde ist höchst interessant.

    Eine Instanz die alle Fakten aufbereitet und für Politiker und die Öffentlicheit - der in der Regel selten Wissenschaftler sind - zusammenfasst ist sicher notwendig. Wie aufwendig diese Organisation dabei gestaltet ist steht auf einem anderen Blatt.

    Nur den Zusammenhang zwischen dem CO2-Gehalt der Atmosphäre und dem Klima herzustellen ist zu klein gedacht, ein Fokussierung könnte sogar für andere Effekte blind machen.
    Derzeit passiert aber genau das Gegenteil - die öffentliche Aufmerksamkeit fördert immer neue Fakten zu Tage.

    Ganz klar weiter machen ! Aber immer mit Reflexion über die Ziele und das "Wie" und in welchem Umfang.
  • Ein paar kritische Fragen zum Thema

    12.12.2013, Michael Schmidt
    Natürliche Barrieren zu überwinden um der Spezies Mensch in wenigen Jahre ein paar weitere milliarden individuen hinzuzufügen.

    Ist es Sinnvoll alle natürlichen Barrieren die ein grenzenlose Vermehrung des Menschen auf dem Planeten Erde einschränken durch (Bio-)technik einzureißen ?

    Ist das nicht alles schon Maßlosigkeit ? Wir sind heute schon jenseits eines sinnvollen ökonomischen und ökologischen Gelichgewichts!

    Erschließen sich hier nicht mit humanitären Argumenten Märkte für gigantische und rücksichtslose Industrien ? - Sind die Gene patentiert ? Wer hat Anspruch darauf ?

    Eine Selbstbeschränkung wäre dringend erforderlich oder ?
    Folgenabschätzung, ob die zusätzlichen geretten Leben nich mittelfristig zu anderen humanitären
    Katastrophen führen, werden gar nicht erst erstellt! Das primäre Ziel ist ja so hilfreich und gut.
    Falls jemand darüber nachdenken möchte - ein paar nette Beispiele: die Osterinseln, die Sahelzone, die Malediven ... und die Zahl wächst.

    Also !Augen zu und durch?

    Folgenabschätzungen sind nicht nur im Bereich der unmittelbaren Umgebung zu machen.
  • Golden Rice nutzlos

    12.12.2013, Charly Nickel
    Auch Triticale wurde nicht auf natürlichem Wege erzeugt! Und um die Bevölkerung mit ausreichend Vitamin A zu versorgen, ist es sinnvoller Süßkartoffeln anzubauen, diese haben einen erheblich höheren Vitamin A-Gehalt als Golden Rice, sind produktiver und tragen nicht zur Erderwärmung bei da sie kein Methan erzeugen.
  • Kritische Stimmen am "Golden rice" Projekt berechtigt

    12.12.2013, H. Seel
    Es gibt durchaus wissenschaftliche Nachweise für begründete Kritik.
    Empfehlenswerter Artikel hierzu:
    http://www.foodwatch.org/uploads/media/gen-reis_2012deutsch_final_ger.pdf

    u.a. ... "Bei der Einkreuzung in regionale Sorten kann es zudem zu erheblichen Schwankungen im Vitamin-A-Gehalt kommen. Das gentechnische Konstrukt wird nicht immer zuverlässig von einer Reispflanze an die nächste Generation vererbt (Chikkappa et al., 2011). ... In Lebensmitteln wie Mehl und Zucker, denen Vitamin A zugesetzt wird, kann die nötige Tagesdosis sehr viel verlässlicher erreicht werden. Vor diesem Hintergrund ist die geplante Einführung des „Golden Rice“ keineswegs alternativlos und wird von Akteuren wie UNICEF oder der WHO auch nicht als das Mittel der Wahl angesehen (Enserink, 2008)

    Auch auf 3sat gab es hierzu einen sehr aufschlussreichen Bericht:
    http://www.3sat.de/page/?source=/dokumentationen/171615/index.html

    In Afrika mag es lokal massiven Vitamin A-Mangel geben, aber:
    " ... Als das Reporterteam auf die Philippinen reist, folgt das große Erstaunen. Es konnte kein einziges Kind ausfindig machen, das an einem sichtbaren Vitamin-A-Mangel leidet. Nicht einmal in Payatas, einem Armenviertel der Hauptstadt Manila, wo die Menschen vom Abfall der Metropole leben und alles andere als eine ausgewogene Ernährung haben. Auf Nachfrage bestätigt die zuständige lokale Ärztin Elmira Dizon: "Ich bin seit drei Jahren Doktor in Payatas. Ich habe noch keinen Fall von Vitamin-A-Mangel gesehen".

    Es muss also zudem sehr genau darauf geachtet werden, wo Vitamin-angereicherte Produkte überhaupt benötigt werden, bevor neue Arten (mit nach wie vor verbleibendem Restrisiko) großflächig eingeführt werden.