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Lexikon der Biologie

Antigen-Antikörper-Reaktion

Antigen-Antikörper-Reaktion, Abk. AAR. Die Immunisierung mit einem Antigen (Antigene) führt zur Produktion spezifischer Immunglobuline (Antikörper). In einer AAR lagern sich diese mit dem Antigen zu Antigen-Antikörper-Komplexen (Immunkomplex) zusammen, wobei komplementäre Strukturen der beiden Reaktionspartner über nicht-kovalente Bindungen miteinander in enge Wechselwirkung treten. Diese Primärreaktion kann als Ausbildung eines Gleichgewichts zwischen freiem Antigen und freiem Antikörper auf der einen Seite und gebundenem Antigen und Antikörper (Komplex) auf der anderen Seite betrachtet werden (Massenwirkungsgesetz). Als sekundäre AAR (Sekundärreaktion), die aufgrund der Bildung von Antigen-Antikörper-Komplexen ablaufen, sind z. B. zu nennen: Agglutination von antigenhaltigen Partikeln durch Antikörper, Lyse von antigenhaltigen Zellen oder Organismen, Komplementbindung (Komplement-System; Komplement, Komplementbindungsreaktion), Immobilisierung beweglicher Zellen. Die exquisite Spezifität der AAR hat dazu geführt, sie als Nachweissystem für Proteine (und andere antigene Moleküle), zu ihrer Identifizierung und zellulären Lokalisation in vielen Bereichen außerhalb der eigentlichen Immunologie einzusetzen, so z. B. in der Molekularbiologie, Biochemie und Zellbiologie. Die wichtigsten auf AAR beruhenden Nachweissysteme (Immunassays) sind: Agardiffusionstest, Enzyme linked immunosorbent assay (ELISA), FACS, Immunelektronenmikroskopie, Immunelektrophorese, Immunfluoreszenz, MACS, Panning, Radioimmunassay(RIA). Edelman (G.M.).

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Antigen-Antikörper-
Reaktion (schematisch)

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