Gladiator (leicht skelettiert) aus Ephesos
© Wolfgang Pietsch/ÖAI
(Ausschnitt)
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Anders als ihr martialischer Beruf suggeriert, aßen die Gladiatoren der römischen Antike nur sehr wenig Fleisch. Zu diesem Schluss kommt ein Team um Sandra Lösch von der Universität Bern nach Untersuchungen von Gladiatorenskeletten aus Ephesos in der heutigen Türkei. Die Forscherinnen untersuchten die jeweiligen Verhältnisse der stabilen Isotope von Kohlenstoff, Stickstoff und Schwefel, die Aufschluss darüber geben, ob die Nahrung überwiegend aus Tieren oder Pflanzen bestand. Demnach unterschied sich die Ernährung der Gladiatoren, obwohl es sich bei ihnen quasi um Leistungssportler handelte, kaum von der normaler Bürger. Allerdings konnte das Team nachweisen, dass die Kämpfer einen besonderen Mineraltrunk zu sich nahmen, wahrscheinlich zur Stärkung der Knochen.

Das Team um Lösch untersuchte Skelette von einem 1995 entdeckten Gladiatorenfriedhof aus dem 2. und 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Zu jener Zeit hatte Ephesos etwa 200 000 Einwohner. In antiken Quellen heißt es, die Gladiatoren hätten eine spezielle Diät aus Getreide und Bohnen eingehalten – dies bestätigen die Ergebnisse der Forscherinnen im Wesentlichen. Stark unterscheiden sich die Gladiatorenskelette von der Normalbevölkerung bei den Anteilen des in den Knochen enthaltenen Strontiums – das stammt höchstwahrscheinlich aus Pflanzenasche, die, zu einem Getränk verrührt, die Knochen stärken sollte. Auch hier bestätigen die Ergebnisse die Angaben antiker Autoren.