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Lexikon der Biologie

HLA-System

HLA-System [von human leucocyte antigen], Histokompatibilitäts-Antigen-System, Transplantations-Antigen-System; Proteine des HLA-Systems kommen in den Plasma-Membranen aller kernhaltigen Zellen (also nicht bei Erythrocyten) vor und bedingen die immunologische „Selbst-Erkennung“ eines Menschen. Die Tolerierung (Histokompatibilität = Gewebsverträglichkeit) bzw. die Abstoßung von Organ-Transplantaten (Transplantatabstoßung) geht größenteils auf die Funktionsweise dieses Systems zurück. Der HLA-Komplex (Haupt-Histokompatibilitäts-Komplex; vgl. Abb. ) umfaßt die Gene, die für die Histokompatibilitäts-Antigene der Klasse-I-Moleküle codieren (HLA-A, -B, -C und -E), die Gene für die Klasse-II-Moleküle (HLA-D-Region) und die Klasse-III-Moleküle: die Komplement-Komponenten (Komplement) C2, C4 und Faktor B sowie Cytochrom P450 (Cytochrom-P450-System). Die Gene für die Tumor-Nekrosis-Faktoren α und β liegen zwischen den Klasse-III-Molekülen und dem HLA-B-Gen. Die Klasse-I- und Klasse-II-Moleküle sind hoch polymorph und in ihrem Expressionsmuster Individuen-spezifisch. Sie markieren daher die Transplantate als nicht zum Empfängerorganismus gehörig. Vergleichbare Systeme existieren bei fast allen Wirbeltieren (MHC-Systeme). Die eigentliche Funktion des HLA-Systems liegt jedoch in der Antigenpräsentation. T-Lymphocyten erkennen körperfremde Antigene nur in Verbindung mit dem HLA-System. Klasse-II-Moleküle werden auf Immunzellen exprimiert und steuern die Interaktionen innerhalb des Immunsystems und den Ablauf einer Immunantwort. Chromosomenkarte ( Chromosomenkarte I
Chromosomenkarte II
Chromosomenkarte III
Chromosomenkarte IV
).



HLA-System

Organisation des Histokompatibilitäts-Locus von Maus und Mensch. Die Lage und die wichtigsten Loci der Klasse I, II und III sind eingezeichnet. Eckige Klammern kennzeichen Gene, die für andere Proteine (als die Komplementkomponenten C2 und C4) codieren.

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