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Lexikon der Biologie

monoklonale Antikörper

monoklonale Antikörper [von griech. monoklōnos = mit 1 Sproß], spezifisch nur gegen eine einzige antigene Determinante (Epitop) des zur Immunisierung verwendeten Materials gerichtete Immunglobuline, deren Produktion letztlich auf einen einzigen B-Lymphocyten-Klon zurückgeht (B-Lymphocyten, Lymphocyten). Damit unterscheiden sich die monoklonalen Antikörper von konventionellen Antiseren (Antiserum), die gegen alle antigenen Determinanten gerichtet sind (polyklonale Antikörper). Die gezielte Produktion monoklonaler Antikörper erfolgt mit der sog. Hybridomtechnik (Hybridom). Das Prinzip dieser Technik besteht darin, einen einzigen Antikörper-produzierenden B-Lymphocyten in Kultur zu klonieren, so daß uniforme (monoklonale) Antikörper in großen Mengen erhalten werden können. Da normalerweise B-Lymphocyten nur kurz in Kultur überleben, werden einzelne Antikörper-produzierende B-Lymphocyten einer gegen ein bestimmtes Antigen immunisierten Maus mit Zellen eines unbegrenzt teilungsfähigen B-Lymphocytentumors (Myelom) fusioniert. Aus den entstandenen Fusionsprodukten werden durch Verwendung komplizierter Selektionsmedien diejenigen Hybridzellen selektioniert, die einerseits den gewünschten Antikörper produzieren und andererseits die Fähigkeit erworben haben, sich in Kultur unbegrenzt zu teilen. Jede einzelne dieser Hybridomzellen ist nun Ausgangspunkt eines individuellen Zellklons, der permanent wächst und dabei einen bestimmten monoklonalen Antikörper produziert. In Kultur sezernieren solche Hybridomzellen 10–15 μg Antikörper pro ml Medium; in Mäuse injiziert, wachsen sie als Tumoren und erzeugen bis 10 mg Antikörper pro ml Körperflüssigkeit (Ascites). Monoklonale Antikörper sind damit zu analytischen Reagenzien höchster Spezifität geworden (Radioimmunassay, Immunfluoreszenz). Sie werden in der Diagnostik, bei der Identifizierung einzelner Antigene in komplexen Mischungen oder Gewebeschnitten, bei der Identifizierung von Oberflächenstrukturen auf Zellen, bei der Quantifizierung von Antigenen und anderen Technologien eingesetzt ( ö vgl. Infobox ). Myelomazellen, Quadroma-Zellen.

B.L./U.T./O.L.

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